Digital Payment

Das rasante Wachstum des E-Commerce und die Digitalisierung im stationären Handel bringen Veränderung in allen Bereichen des Einkaufen mit sich. Eine interessante Entwicklung ist die der Zahlungsmethoden. Online läuft die Bezahlung meist über unser Onlinebanking per Überweisung oder Bankeinzug, über digitale Zahlungsmethoden wie Paypal oder durch die Eingabe unserer Kreditkartendaten ab.

Zahlungsarten im deutschen Einzelhandel

Stationär ist Studien zufolge Bargeld nach wie vor das bevorzugte Zahlungsmittel der Deutschen, auch wenn die Kartenzahlung immer beliebter wird. Doch ständig gibt es Neuigkeiten über digitale und biometrische Zahlungsmethoden, die die Abläufe beim stationären Einkauf schneller und einfacher machen sollen. In diesem Beitrag wollen wir uns einige dieser Verfahren genauer anschauen und diskutieren, wie die Chancen für eine Ablösung des Bargelds als beliebtestes Zahlungsmittel in Deutschland stehen.

Apple Pay, Android Pay und das Problem mit den Kreditkarten

Das Smartphone unterstützt und begleitet die meisten von uns in allen Lebenslagen. Eine aktuelle Befragung von Statista zeigt, dass 2015 bereits 64% der Deutschen ein mobiles Endgerät nutzten, um online einzukaufen – Tendenz steigend. So ist es also nicht abwegig, auch mit dem Smartphone bezahlen können zu wollen. Oder doch? Wir haben es sowieso immer bei uns und griffbereit – warum sollten wir, statt mühselig nach Kleingeld zu kramen, nicht einfach mit unserem Handy bezahlen können?

Das dachten sich wohl auch Google und Apple, als die beiden Unternehmen ihre Mobile Payment Systeme Apple Pay und Android Pay starteten. Während zumindest Apple Pay seit dem Start 2014 neben den USA in fünf weiteren Ländern angelaufen ist, funktioniert Android Pay bisher nur in den Vereinigten Staaten. In Deutschland ist die Nutzung keiner der beiden bisher möglich. Doch woran liegt das?

Apple Pay

Apple Pay

Die Problematik liegt in der Akzeptanz. In Deutschland ist die Zahlung per Karte zwar etabliert – allerdings hauptsächlich per EC-Karte. Bei Kreditkarten sieht es anders aus. Obwohl das Volumen der Kreditkarten im deutschen Einzelhandel gewachsen ist, machten Kreditkartenzahlungen 2015 gerade mal 5,7% des Gesamtumsatzes aus. Und genau hier liegt das Problem. Denn sowohl Apple Pay als auch Android Pay setzen eine Kreditkarteninfrastruktur voraus. Als Grund für die mangelnde Akzeptanz von Kreditkarten im deutschen Einzelhandel sieht bspw. Horst Rüther, Mitglied der Geschäftsleitung des EHI Retail Institute, „die kreative Neuentwicklung sogenannter Card Scheme Fees“. Nachdem die EU die Gebühren für Kreditkartenzahlungen im Handel 2015 reguliert hatte, versuchen Kreditinstitute nun, durch eigene Gebühren wieder mehr an Kreditkartenzahlungen zu verdienen – sehr zum Leidwesen des Handels.
Und genau diese Problematik ist laut Sparkassen- und Giroverband der Grund dafür, dass wir Deutschen bisher Apple Pay noch nicht im Handel nutzen können.

 „Wir machen es lieber selbst“ – die Banken stellen sich quer

Doch ist dies wirklich der einzige Grund? Apple Pay ließe sich auch mit Debit-Karten nutzen. Es kann also nicht allein an der fehlenden Kreditkartenkultur liegen. Ein durchaus plausiblerer Grund ist wohl, dass mit paydirekt vor Kurzem ein digitales Bezahlsystem auf den Markt gekommen ist, an dem der Großteil der deutschen Kreditinstitute beteiligt ist.

Paydirekt

Paydirekt

Für Verbraucher ist die Nutzung sicher und einfach – Händler hingegen müssen sich mit den jeweiligen Banken einzeln einigen. Ein sehr mühsames Unterfangen, welches wohl auch der Grund für die bisher sehr geringe Zahl an teilnehmenden Händlern ist.

Während paydirekt als Bankprodukt sicherlich bei Kunden gut ankommt, sehen wir zwei zentrale Probleme: Der Markt ist schon abgedeckt. PayPal ist so stark, dass es sehr schwierig werden dürfte, ein alternatives, jedoch sehr ähnliches System auf dem Markt zu etablieren. Außerdem ist Mobile Payment auch bei paydirekt noch Zukunftsmusik. Der Dienst funktioniert beim Online-Shopping, doch im stationären Handel lässt sich immer noch nicht mit dem Smartphone bezahlen. Hier könnte Apple Pay sich letztendlich doch durchsetzen. Es stellt sich also die Frage, ob Verweigerung die richtige Strategie im Kampf um den Mobile Payment Sektor ist. Sollten deutsche Kreditinstitute nicht versuchen, sich mit Apple und Google zu einigen? Angeblich schraubt auch Microsoft aktuell an einem Mobile Payment System. Somit sind bald die drei größten Anbieter von Smartphones und Betriebssystemen mit Mobile Payment startklar. Ob sich dann von Banken selbst entwickelte Systeme noch durchsetzen können, bleibt mehr als fraglich.

Auch Mobilfunkanbieter versuchen vermehrt, ins Payment-Geschäft einzusteigen. So gab beispielsweise Telefónica Deutschland kürzlich bekannt, dass Kunden bald das sogenannte O2 Banking nutzen können. In Zusammenarbeit mit der Online-Bank Fidor bietet O2 ein an den Mobilfunkvertrag gekoppeltes Konto an, über welches neben klassischen Online Banking Funktionen auch Zahlungen an Handynummern oder Emailadressen geschickt werden können. Als „Zinsen“ erhalten Nutzer zusätzliches Datenvolumen zum mobilen Surfen. Bei Kontoeröffnung erhalten Kunden auch eine klassische Debitkarte. Die Zahlung zwischen Privatpersonen ist hiermit also schon mal digital möglich. Interessant ist aber, dass Telefónica für den Gebrauch im Handel dennoch auf eine klassische Kartenzahlung setzt.

Blue Code – Mobile Payment made in Austria

In Österreich ist mobile Payment schon einen Schritt weiter. Das Unternehmen Secure Payment Technologies ist dort mit seiner Lösung Blue Code schon 2015 erfolgreich gestartet. Die App gibt es sowohl für iOS als auch für Android. Bankpartner sind die österreichischen Sparkassen sowie die Hypo Tirol Bank, doch die App funktioniert mit jedem österreichischen Bankkonto. Für Kunden der Partnerbanken läuft die Anmeldung über das Online-Banking, bei anderen österreichischen Banken via SEPA-Lastschriftmandat – ähnlich wie bei PayPal.

Der Bezahlvorgang ist ganz einfach: Die App generiert für jede Zahlung einen einzigartigen, blauen Barcode, welcher 4 Minuten lang gültig ist. Wird dieser an der Kasse gescannt, erfolgt die Bezahlung über das verknüpfte Girokonto. Der Kunde gibt seine Daten damit nicht an Dritte weiter und kann sicher bezahlen. Auch an Automaten (via Blutetooth) und online (durch Eingabe des Zahlencodes unter dem generierten Barcode) können Kunden mit Blue Code bezahlen.

„2016 wollen wir nach Deutschland expandieren und weitere Partner von unserer praktischen Alternative zur Bar- oder Kartenzahlung überzeugen“, so Gründer Michael Suitner auf der EuroCIS im Februar, als Blue Code den Bronzepreis in der Kategorie Zahlungsmanagement für das „Top Produkt Handel 2016“ erhielt.

Loyalty-Programme als Einstieg ins Mobile Payment

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Payback Pay – Bild von mobilbranche.de

Im Juni 2016 will Payback eine Bezahlfunktion zur Payback-App hinzufügen. Zunächst soll dies nur in Märkten der Drogeriekette dm möglich sein, weitere Händler sollen später folgen. Die Zahlung per App soll durch NFC und per QR-Code möglich sein. Eingezogen werden die Beträge dann per Lastschriftverfahren. Basierend auf der Technik von United Mobility Technology soll die Zahlung absolut sicher sein, denn weder UMT noch Payback haben Zugriff auf Kundendaten, sondern werden von einem „zertifizierten Zahlungsdienstleister verarbeitet“, so Albert Wahl von United Mobility Technology in einem Interview mit ZDNet.
Auch Unternehmen wie z.B. Starbucks und bald auch Coca-Cola bieten ihren Kunden Mobile Payment im Rahmen ihrer eigenen Apps an. Wie der Prozess bei Coca-Cola genau sein wird, ist noch nicht bekannt. Das Unternehemen gab ledliglich bekannt, dass es seine Get Happy App, mit der Kunden Punkte sammeln können, um eine Bezahlfunktion erweitern will. Starbucks bietet Mobile Payment schon länger an – allerdings beschränkt sich die Zahlungsfunktion natürlich auf die eigenen Geschäfte. Die Zahlung läuft hier prepaid über die Starbucks Card. Was beide Unternehmen als Einstieg nutzen, ist ihr jeweiliges Loyalty Programm. Kunden sind es schon gewohnt, per App Bonus- oder Treuepunkte zu sammeln und die mobile Zahlung soll ihnen als Zusatzfunktion näher gebracht werden. Das ist wohl auch der Ansatz von Payback. Doch während unternehmenseigene Apps mit Zahlfunktion einen begrenzten Kundenstamm und ein begrenztes Einsatzgebiet haben, scheint Payback eine größere Bedrohung für die Pläne der Banken darzustellen. Mit einer wachsenden Zahl an Partnern und Nutzern könnte Payback Pay sich schnell ausbreiten und zumindest in Läden, die mit Payback kooperieren, als bevorzugtes Zahlungsmittel etablieren. Denn wenn man schon die Payback App aktiviert hat, um Punkte zu sammeln – warum sollte man dann eine andere App öffnen, um mobil zu bezahlen?

Bezahlen per Fingerabdruck – attraktive Alternative oder Science Fiction?

Es tut sich also viel im Bereich Payment. Neben Mobile Payment scheint auch die Zahlung mittels biometrischer Identifikationsmethoden an Zuspruch zu gewinnen. Auch hier hat z.B. Apple vorgelegt – schon 2013 begann mit Veröffentlichung des iPhone 5S die Ära der Touch ID Funktion. Auch bei der Nutzung von Apple Pay kann man quasi mit seinem Fingerabdruck bezahlen. Auch Samsung bietet in Zusammenarbeit mit PayPal die Authentifizierung mittels Fingerabdruck-Scan auf dem Smartphone oder Tablet an.

Viele Smartphone-Nutzer sind es also schon gewohnt, ihren Fingerabdruck als fälschungssichere Methode der Authentifizierung von Zahlungen zu nutzen – gegebenenfalls sogar ohne Smartphone. So zeigt eine Studie des ECC Köln, dass knapp zwei Drittel der befragten Verbraucher auf biometrischen Daten basierende Zahlungsmethoden für eine interessante Alternative zu den klassischen Methoden halten. Händler scheinen hingegen skeptischer eingestellt, wie die folgende Grafik zeigt.

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Interessant ist hier, dass die Bereitschaft für Mobile Payment und biometrische Zahlungsmethoden im Vergleich bei Händlern und Verbrauchern genau umgekehrt zu sein scheint. Wie kommt das?

 

Wir sehen einen möglichen Grund hierfür darin, dass Konsumenten evtl. skeptisch gegenüber der Sicherheit von Mobile Payment sind. Die Eingabe vertraulicher Bankdaten in Apps mag vielen noch unsicher erscheinen – ein Smartphone lässt sich immerhin stehlen und hacken. Da wirkt die Bezahlung per Fingerabdruck oder Iris-Scan sicherer und findet vermutlich deshalb größeren Anklang bei Konsumenten.
Händler hingegen sehen Mobile Payment vermutlich als leichter umsetzbar. Die Technologie ist in diesem Bereich schon relativ weit entwickelt und die Installation der benötigten Hardware (wie z.B. NFC-Lesegeräte) deshalb bezahlbar. Fingerabdruck- und Iris-Scanner klingen da schon hochpreisiger.

Dennoch bieten lediglich 1,9% der befragten Händler Mobile Payment bereits an. Auch hier ist also noch Luft nach oben, auch wenn die Bereitschaft schon mal da ist. Die vollständige Pressemitteilung und den Link zur Studie gibt es hier.

Der Bereich Payment ist im Wandel und man kann damit rechnen, dass sich noch einiges tun wird. Vielleicht dürfen auch wir Deutschen bald mit unseren Smartphones bezahlen – oder wir nehmen einfach unseren Fingerabdruck.

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Lokale Marktplätze

Local Commerce ist derzeit ein großes Thema. Im letzten Post haben wir ja schon darüber gesprochen, dass zwei der Big Player im E-Commerce – Amazon und Zalando – immer stärker auf den lokalen Handel setzen. Auch die Internet-Mogule Google und Apple bieten immer mehr Möglichkeiten, sich als lokaler Händler zu positionieren. Via Google My Business und Apple Maps Connect können Händler für ihr Unternehmen ein Online-Profil anlegen – kostenlos. Die Einträge werden von den Unternehmen natürlich geprüft und gerade für kleinere Unternehmen kann es mitunter schwierig sein, sich hierüber zu positionieren. Nichtsdestotrotz zeigt sich auch hier: Local Commerce ist und bleibt Thema.

Neben den Bemühungen der Big Player versuchen auch lokale Plattformen wie Locafox oder Atalanda, den lokalen Handel zu stärken. Der Gedanke – vor allem bei Atalanda – ist, dass die Anonymität, die beim Einkauf im Internet zwischen Händler und Kunden oft herrscht, aufgehoben werden soll. Der Laden um die Ecke, der das gesuchte Produkt vielleicht gerade im Regal liegen hat, während der Kunde es bei Amazon bestellt, hat eigentlich keine Chance, wenn er sich nicht online präsentiert. Der stationäre Handel ist in vielen Fällen weiterhin davon abhängig, dass Kunden beim Schlendern in der Stadt durch ein ansprechendes Schaufenster in den Laden gelockt werden. Da wollen lokale Marktplätze ansetzen und vor allem kleineren Händler, die sich vielleicht keinen eigenen Webshop leisten können, die Möglichkeit geben, ihr Sortiment online abzubilden. So erscheint auch z.B. der kleine, aber feine Käseladen in der Innenstadt auf dem Radar der Online-Shopper.

Die Frage ist nur: Bringt die Onlinepräsenz automatisch auch mehr Kunden in den Laden? Dies sehen viele noch skeptisch. Das zeigt auch eine Studie, durchgeführt in Zusammenarbeit vom ECC Köln und eBay. Aus Händlersicht besteht laut den Ergebnissen der Mehrwert der Anbindung an lokale Marktplätze vor allem darin, online präsent sein zu können, ohne das Risiko eines eigenen Webshops einzugehen. Nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Händler sieht Marktplätze jedoch als Möglichkeit, mehr Kunden in den Laden zu bekommen.

Quelle: Marktplatz-KIX von ECC Köln und eBay

Quelle: Marktplatz-KIX von ECC Köln und eBay

Locafox – Onlinemarktplatz mit Produktfokus

Lokale Plattformen wie Locafox oder auch Simply Local stellen das Produkt in den Vordergrund. Als Kunde gibt man seinen Standort an und sucht nach einem bestimmten Produkt. Die Seite präsentiert dann im Idealfall eine Übersicht an Händlern in der Nähe, die das Produkt vorrätig haben. Man kann das Produkt direkt online reservieren und es dann in der Filiale vor Ort abholen. Im Vordergrund steht hier also das Produkt – der Kunde weiß, was er will und kauft es dann bei dem lokalen Anbieter, der am nächsten ist – oder den besten Preis hat.

Screenshot Locafox Startseite

Screenshot Locafox

Wählen kann der Kunde hier zwischen klassischer Onlinebestellung über den Shop des Händlers oder Click&Collect, also Online kaufen, vor Ort abholen. Ab Juni 2016 will Locafox auch Same Day Delivery anbieten. Zunächst beschränkt auf das zentrale Berlin sollen Kunden ihre online bestellten Waren auf Wunsch innerhalb von 90 Minuten geliefert bekommen können. Auch will der Marktplatz die Lieferung zur Wunschzeit anbieten – ein Service, der ebenfalls immer populärer wird. Der Marktplatz orientiert sich scheinbar am Amazon- oder Zalando-Modell und will die Ware dort anbieten, wo der Kunde ist.

Atalanda und die Online Cities

Atalanda setzt den Fokus auf den (lokalen) Händler. Begrüßt wird man beispielsweise auf der Startseite des „Mein Heilbronn Shops“ von den freundlichen Gesichtern lokaler Händler. Das ist nett – doch ist es der optimale Einstieg für den Heilbronner, der gerade akut nach einem bestimmten Produkt sucht? Natürlich bietet die Produktsuche die Möglichkeit, gezielt zu suchen. Dennoch ist fraglich, ob eine Startseite mit aktuellen Angeboten der einzelnen Läden nicht auf den ersten Blick ansprechender wäre. Doch egal wie man diesen Aspekt sieht – das Atalanda Konzept scheint zu funktionieren.

Denn auch die „Online City Wuppertal„, das Vorzeigeprojekt lokaler Marktplätze, ist ein Atalanda-Projekt. Seit Anfang 2015 läuft es nun schon und ist laut Presseberichten ein voller Erfolg. Die stationären Händler von Wuppertal verzeichnen erhöhte Umsätze seit Beginn des Projekts – scheinbar auch offline. Die Onlinebestellung kann über die Atalanda-Plattform als Sammelbestellung abgegeben werden. Der Kunde hat einen Warenkorb und kann damit Waren verschiedener Händler kaufen. Auf Seiten von Atalanda wird die Bestellung jedoch gesplittet und an die jeweiligen Händler weitergegeben. Deshalb können für den Kunden mehrfach Liefergebühren anfallen. Ausgeliefert werden die bestellten Waren dann von Atalandas eigenem Lieferdienst Atalogics.
Alternativ können Kunden – zumindest in Wuppertal – ihre online bestellten Waren gesammelt an einem zentralen Drive-In Schalter abholen.

Screenshot Talkontor Wuppertal

Screenshot Talkontor Wuppertal

Mittlerweile sind neben Wuppertal auch Attendorn, Göppingen, Heilbronn und Wolfenbüttel zu Atalanda-Städten geworden. Das Unternehmen plant weitere Stadt-Plattformen. Das Angebot wird stetig erweitert und immer persönlicher. Dies zeigt ein Praxisbeispiel aus der Schweiz.

SMS-Shopping – Local Commerce in Bern

In Bern startete Atalanda in Zusammenarbeit mit der Schweizer Post einen Onlinemarktplatz names Kaloka. Das Prinzip ist dem der Online City Wuppertal ähnlich – mit einem besonderen Service. Die sogenannte SMS Shopping Funktion lässt Kunden per SMS mit einem Kaloka-Mitarbeiter chatten, um das perfekte Produkt zu finden. Hier kommt man zurück zum Herzstück des lokalen Handels – personalisierte Einkaufserlebnisse.

SMS Shopping Kaloka

© Kaloka

Onlinemarktplätze tun also viel, um den stationären Handel zu stärken. Aus Händlersicht können diese Plattformen eine größere Reichweite des E-Commerce Geschäfts darstellen, oder – besonders für kleinere Händler – eine vergleichsweise kostengünstige Alternative zum eigenen Onlineshop sein. Ohne den Aufwand, der mit der Eröffnung einer „Online-Filiale“ verbunden ist, positionieren sie sich so trotzdem im Web und stärken ihre Chance gegenüber Ketten und Kaufhäusern. Der viel erwähnte ROPO-Effekt (Research Online, Purchase Offline) kann außerdem genutzt werden, um diese Onlineshopper in die stationären Läden zu leiten.

Den Mehrwert für den Kunden beim Einkauf auf lokalen Onlinemarktplätzen sehen wir in den folgenden Punkten: Online-Shopping ist bequem, schnell und unabhängig von Ladenöffnungszeiten. Click & Collect in lokalen Geschäften ermöglicht das Anprobieren vor dem Kauf. Außerdem sind solche Marktplätze eine gute Möglichkeit, neue Geschäfte in der eigenen Stadt zu entdecken. Same Day Delivery ist ein attraktiver Service, wenn man das Produkt unbedingt sofort haben möchte. Da viele Kunden jedoch auch unterwegs online shoppen, ist ein weiterer Service wichtig, den (noch) nicht alle Plattformen anbieten. Und zwar die Lieferung zur Wunschzeit. Natürlich ist es unglaublich angenehm, bestellte Waren innerhalb kürzester Zeit zu bekommen. Doch nicht immer ist man gerade zu Hause oder will die Ware unbedingt sofort in Empfang nehmen können. Als attraktive Alternative zur klassischen Lieferung „in 2-3 Tagen“ ist der Wunschtermin ein Service, der verstärkt angeboten werden sollte – und vermutlich auch wird. 

Spannend dürfte es auch werden, zu sehen, ob sich Locafox, Atalanda & Co. gegen die Online Riesen durchsetzen können.

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Amazon, Zalando und der lokale Handel

Das Schreckensbild der aussterbenden Innenstädte und das des Kunden, der nur noch online vom Sofa aus shoppen geht, beschäftigt Einzelhändler schon seit Langem. Große Plattformen wie Amazon und Zalando scheinen stationären Händlern keine Chance zu lassen. Doch aktuell entwickelt sich ein Trend, der bestätigt, was viele schon lange sagen: Kunden mögen es zwar möglichst bequem beim Shoppen, wollen aber häufig nicht darauf verzichten, Produkte in der realen Welt zu sehen, anzuprobieren und dazu persönlich beraten zu werden.
Vermutlich genau deshalb gehen sowohl Amazon als auch Zalando jetzt offline. Das soll natürlich nicht heißen, dass es die beiden Onlinemarktplätze bald nicht mehr online geben wird. Vielmehr zeichnet sich immer deutlicher ab, dass sie dabei sind, den stationären und vor allem den lokalen Handel an ihre Online-Shopping Welt anzubinden. Wie schon zuvor berichtet, begann der Prozess besonders bei Amazon schon vor längerer Zeit.

Seattle, Berlin, Frankfurt – Amazon und Zalando zum Anfassen

Amazon Books Seattle

Amazon Books in Seattle © Amazon

Bereits 2014 eröffneten sowohl Amazon als auch Zalando eigene stationäre Filialen. Mit dem Amazon Books Shop in Seattle  und den Zalando Outlet Stores in Frankfurt und Berlin machten die Online-Riesen ihre ersten Schritte in Richtung stationärer Handel. Gerüchten zufolge planen beide zusätzliche stationäre Filialen. Zalando will noch dieses Frühjahr in Köln starten und Amazon hat offenbar vor, über kurz oder lang bis zu 400 Filialen zu eröffnen.
Vor einiger Zeit startete Amazon außerdem das Projekt „Amazon Locker„. Das Unternehmen platzierte in verschiedenen Geschäften in den USA Paketstationen, von welchen Kunden ihre online bestellten Waren abholen können – ähnlich einer DHL Packstation.Die meisten Locker wurden in Filialen der 24-Stunden-Supermarktkette „7-11“, was den Kunden eine Abholung ihrer Pakete rund um die Uhr ermöglicht. Auch einige Supermärkte und Apotheken haben Amazon Locker aufgestellt. Dieses Projekt, das auf dem Click & Collect-Prinzip basiert, verbindet das Unternehmen mit bestehenden stationären Händlern.

Amazon und Moda Operandi – Personal Commerce statt Omnichannel

Seit Amazon Anfang April sein globales Payment Partner Program ausgerollt hat, können ausgewählte Online-Händler ihren Kunden die Zahlung per Amazon-Account und der dort hinterlegten Zahlungsmethode anbieten. Viele sahen diesen Schritt als eine Kampfansage an E-Payment Marktführer PayPal. Nun wurde bekannt, dass Amazon im Rahmen seines Payment Programms eine Zusammenarbeit mit der High Fashion-Plattform Moda Operandi starten wird, die nicht nur online sondern auch offline ablaufen wird.
Das Einkaufserlebnis, das der Kundin von Moda Operandi in Zusammenarbeit mit Amazon geboten wird, beginnt damit, dass sie sich mit ihrem Amazon-Konto auf der Website von Moda Operandi einloggt. Sie sucht sich dann ihre gewünschten Produkte aus und legt sie in ihren Warenkorb.

Moda Operandi Amazon Login

Moda Operandi Login mit Amazon

Im nächsten Schritt kann sie dann die von ihr ausgewählten Produkte vor Ort in einem der stationären Moda Operandi Läden anprobieren und wird umfangreich beraten. Mit Hilfe der Amazon App und im Laden installierten Beacons erhalten die Storemitarbeiter eine Meldung, wenn die Kundin im Laden angekommen ist. Sie präsentieren ihr dann in einem persönlichen Verkaufsgespräch die online ausgewählten Artikel. Da die Personal Shopper außerdem im Vorfeld auch Informationen über alle von der Kundin online betrachteten Artikel erhalten haben, können sie sie umfangreich beraten und passende Artikel empfehlen. Die Bezahlung erfolgt dann via Tablet mit dem Amazon-Konto der Kundin über die dort hinterlegte Zahlungsmethode, ohne dass sie ihren Geldbeutel zücken muss.

Amazon nutzt also die Zahlung als Einstieg in den Local Commerce. Vertrauen ist hier der zentrale Aspekt aus Amazon-Sicht. Der Onlinemarktplatz will nicht als Zahlungsmittel im Vordergrund stehen, sondern vielmehr als vertrauter Partner für seine Kunden das Zahlungsmittel bereitstellen, so Patrick Gauthier, Amazons VP of Payments. Personal Commerce statt Omnichannel, so lautet das Motto von Amazon bei dieser Kooperation. Ob die Zusammenarbeit mit Moda Operandi erfolgreich sein wird, das wird die Zeit zeigen. Moda berichtet jedenfalls, dass schon jetzt, nach knapp 2 Wochen, 25 % der Käufe mit Hilfe des Amazon Logins getätigt werden.

Die Zusammenarbeit von Amazon und Moda Operandi könnte der Anfang eines neuen Trends sein. Denn hier profitieren beide Seiten: Amazon hat eine Möglichkeit, sich über Zahlungsmittel im stationären Handel zu positionieren. Außerdem kann der Online-Riese seinen Stand im Bereich Fashion festigen und sein Image verändern. Bisher ist der Marktplatz ja hauptsächlich als Anbieter von Büchern, Elektronik und Convenience-Produkten bekannt. Moda wiederum kann durch den Deal seinen Onlineshop enger mit den stationären Filialen verbinden und möglicherweise neue Kunden gewinnen. Gleichzeitig verbessert das Unternehmen das Einkaufserlebnis für seine bestehenden Kunden.

Amazon Prime Now – Lieferung binnen einer Stunde

Same Day Delivery ist bei Amazon schon lange Thema. Durch die Anmietung strategisch günstig gelegener Lagerflächen macht der Onlinemarktplatz immer kürzer werdende Lieferzeiten möglich. Im März diesen Jahres kamen Gerüchte (LINK) auf, dass Amazon den Schnelllieferservice bald auch nach Deutschland bringen will. Angeblich sei ein Start in Berlin schon dieses Frühjahr geplant. Das Unternehmen hat Berichten zufolge eine Immobilie am Ku’Damm angemietet, die als Lagerfläche dienen soll, aus der innerhalb der Hauptstadt dann die 2-Stunden-Lieferung erfolgen soll.

Die Lieferung innerhalb weniger Stunden hat Amazon bereits im Herbst 2015 in den USA umgesetzt, als das Unternehmen seine Prime Now App lancierte. Der interessante Unterschied hierbei ist allerdings, dass die bestellten Waren nicht aus Amazon-Großlagern verschickt werden. Stattdessen können Kunden in verschiedenen amerikanischen Großstädten über Amazon Waren aus lokalen Geschäften bestellen.

Der Online Big Player bindet also lokale Händler an und erweitert nicht nur seine Produktvielfalt, sondern auch das Kundenerlebnis. Aktuell sind beispielsweise lokale Lebensmittelhändler in New York City angebunden. Amazon kommt zu seinen Kunden nach Hause – und das auf Wunsch binnen einer Stunde.

Auch Zalando will lokale Händler anbinden

Zalando Logistikzentrum

Zalando Logistikzentrum (© Handelsblatt)

Zalando will das noch toppen. Innerhalb von 30 Minuten will die Mode-Plattform zukünftig liefern. Dies soll funktionieren, indem Zalando ebenfalls lokalen Händlern die Möglichkeit gibt, über die Plattform ihre Waren zu verkaufen. Bestellt ein Kunde also einen Artikel, wird geprüft, ob das Produkt in einem lokalen Ladengeschäft vorrätig ist.
Wenn dies der Fall ist, wird die Ware direkt von dort an den Kunden ausgeliefert. Dies ermöglicht  eine schnellere Lieferung als das Beziehen der Ware aus einem nahegelegenen Zalando-Lager. Somit rückt auch Zalando offline näher an seine Kunden heran und gibt jedem die Möglichkeit, „sich Ware dorthin liefern zu lassen, wo er gerade ist, und nicht dorthin, wo er wohnt“, so Gründer Robert Genz in einem Interview.

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Screenshot Zalando/Tiramizoo

Die Abholung zu Hause ist ein weiteres Feature, welches Zalando seinen Kunden anbietet. In Zusammenarbeit mit dem Kurierdienst Tiramizoo testet das Unternehmen derzeit in Berlin (und bald auch in weiteren deutschen Städten) die kostenlose Abholung von Retouren.

Diese Entwicklungen sind Teil der Neuerfindung, die Zalando gerade unternimmt. Vom Onlinehändler für Schuhe und Mode möchte das Unternehmen gerne zu einer Shopping-City werden. Online soll dies durch mehr Content erfolgen und offline durch die Zusammenarbeit mit lokalen Händlern. Um die Umsetzung ihrer neuen Pläne möglich zu machen, arbeitet Zalando außerdem daran, zu einer „Mode-Tech-Plattform“ zu werden. Mit einem neuen Tech-Hub in Finnland wird das Unternehmen versuchen, unter anderem den technologischen Aufwand, der mit der Anbindung von lokalen Händlern und deren unterschiedlichen Warenwirtschaftssystemen verbunden ist, stemmen zu können.

Die großen Online-Player setzen also auf den stationären Handel – eine Entwicklung, die der alten Behauptung, der Online-Handel mache den klassischen Einzelhandel kaputt, klar entgegenwirkt. In diesem Bereich wird sich mit Sicherheit noch viel tun. Wer am Ende mit dem größten Erfolg eine Kombination aus Online- und Offline-Shopping anbieten kann, wird sich zeigen.

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Digitalisierung beginnt beim Mitarbeiter

Innovative Maßnahmen zur Digitalisierung des Handels zielen meistens darauf ab, das Einkaufserlebnis für den Kunden angenehmer zu machen und so Umsätze zu steigern. Innovative Technologien helfen dabei, Kunden ein umfassenderes Angebot und so eine bessere Verkaufsberatung bieten zu können. Durch die Auswertung von gesammelten Daten lernen Händler ihre Kunden außerdem immer besser kennen und verstehen. So kann die Kundenberatung individuell abgestimmt und vorbereitet werden und der Kunde ist König. Der Einsatz digitaler Maßnahmen bietet umfangreiche Möglichkeiten für den Handel. Doch müssen diese Maßnahmen auch praktisch umgesetzt werden. Es genügt nicht, Digital Signage oder ein integriertes Shopsystem einzuführen, wenn die Mitarbeiter vor Ort nicht wissen, wie sie es bedienen. Somit birgt Digitalisierung im Handel nicht nur neue Möglichkeiten für den Kundenservice, sondern auch neue Herausforderungen für die Mitarbeiter.
Anfang April fanden die ersten Retail Innovation Days der DHBW Heilbronn statt und wir waren mit dabei. Zu den Hauptthemen gehörte hier neben digitalen Instore-Lösungen und Big Data/Smart Data auch Digital HR. Verschiedene Unternehmen wie Hunkemöller und Galeria Kaufhof berichteten von ihren Maßnahmen zur Digitalisierung und sahen als klaren Startpunkt für diesen Prozess den Mitarbeiter. Begonnen bei der Bewerbung und Rekrutierung der Digital Natives von heute (und morgen) reagiert der Handel mit neuen Tools und digitalisierten Prozessen.

Digital HR – Die Rekrutierung von Digital Natives

Inga König von Hunkemöller zeigte in ihrem Vortrag, dass der holländische Unterwäschekonzern schon seit einiger Zeit auf Digital HR setzt. Interessierte Bewerberinnen können sich per QR Code direkt im Laden mobil bewerben und durchlaufen – bei entsprechender Eignung – einen durch und durch digitalisierten Onboarding Prozess. Video Recruitment kommt hier ebenso zum Einsatz wie spezialisierte Mitarbeiter-Apps. Laut König sind bereits 50% der eingehenden Bewerbungen mobil – Tendenz steigend. Das Smartphone wird hier also als favorisiertes Bewerbungstool junger Leute erkannt und aktiv genutzt.  Eine Studie, die 2015 von der Uni Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Karriereportal Monster durchgeführt wurde, zeigt ebenfalls dass immer mehr Bewerber die Möglichkeit haben möchten, sich mobil zu bewerben.
Hunkemöller scheint den Trend erkannt zu haben und reagiert entsprechend: Junge Bewerber sind von Hause aus technikaffin und erwarten digitale Technologien auch im Berufsleben. Doch wie sehen bereits bestehende Mitarbeiter Digitalisierungsmaßnahmen?
Gerade langjährig beschäftigte und klassisch ausgebildete Einzelhandelskaufleute und Verkäufer können sich unter Umständen schwer tun, digitale Innovation anzunehmen und umzusetzen. Dies kann einerseits daran liegen, dass sie privat kaum Smartphones, Tablets und sonstige moderne Technologien nutzen. Im Gegensatz zu den Bewerbern von heute sind sie schließlich nicht mit dem Internet aufgewachsen. Andererseits kann es daran liegen, dass sie ein Tablet oder Smartphone auf der Fläche eher als störenden Gegenstand sehen, der zwischen ihnen und dem Kunden steht; steht doch das persönliche Verkaufsgespräch im Zentrum der klassischen Verkaufsberatung.
Daher gilt es also, moderne Technologie auch für bestehende Mitarbeiter zu einem selbstverständlichen Teil des Verkaufsalltags zu machen. Begünstigt wird dieser Prozess durch die intuitive Bedienung von Smartphones und Tablets. Außerdem vereinfachen Technologien wie zum Beispiel der sovia-inStore Assistant der Bütema AG, auch vorgestellt bei den Retail Innovation Days 2016, den Verkaufsalltag erheblich. Eine Möglichkeit, Mitarbeiter für digitale Neuerungen zu begeistern, wäre also, ihnen vor Augen zu führen, wie einfach sie zu bedienen sind und wie sehr sie ihren Arbeitsalltag bereichern. Damit nimmt man ihnen ggf. die Hemmung und kann sie für die Technologien begeistern.
Auch die Galeria Kaufhof GmbH hat sich dieser Herausforderung gestellt und bereits im Jahr 2014 mit der Gründung eines eigenen Multichannel-Ressorts den Weg zur Digitalisierung eingeschlagen.

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Regalverlängerung bei Galeria Kaufhof

Andrea Ferger-Heiter, seit 2014 Leiterin Integration Multichannel-Retailing, sprach vergangenen Donnerstag in Heilbronn auch darüber, dass dieser Prozess damit beginnen musste, die Mitarbeiter für die Neuerungen zu gewinnen. Durch Schulungen bereitete Galeria Kaufhof seine Mitarbeiter intensiv auf den Einsatz der neuen Technologien vor.
Der Handel scheint also verstanden zu haben, dass sich digitale Innovation nicht ohne die entsprechende Vorbereitung der Mitarbeiter auf der Fläche umsetzen lässt.

Digitalisierung in der Ausbildung neuer Fachkräfte

Neben der Schulung bestehender Mitarbeiter macht es Sinn, digitale Innovation vom Anfang einer Berufsausbildung an zu einem selbstverständlichen Teil der traditionellen Handelsberufe zu machen, um langfristig auf die rapide Entwicklung der Digitalisierung zu reagieren. Durch die neuen Anforderungen, die Digitalisierung im Handel an bestehende Ausbildungsberufe stellt, müssen diese also langfristig angepasst bzw. erweitert werden. Die Einzelhandelskaufleute von morgen lernen so das E-Commerce Geschäft von der Pike auf, um später Omnichannel Maßnahmen in ihrer Filiale effektiv umsetzen und ihre Kollegen bzw. Mitarbeiter entsprechend schulen zu können.
Zwar gibt es schon jetzt Studiengänge wie E-Commerce oder Digital Retail Management. Doch wird es reichen, top geschulte Fachleute in den Zentralen der Unternehmen zu haben? Oder sollten die klassischen Ausbildungsberufe um Module im Bereich E-Commerce erweitert werden? Denn die letzte Hürde ist immer die Umsetzung im Store selbst. Und deshalb müssen auch die Mitarbeiter an der Front den Umgang mit digitalen Lösungen aus dem Effeff beherrschen. Inwieweit bestehende Ausbildungsberufe im Handel revolutioniert und digitalisiert und welche neuen Berufsbilder entstehen werden, wird die Zukunft zeigen.

Big Data – und wer wertet das jetzt aus?

Eine weitere Neuerung, die außer einem großen Nutzen für das Unternehmen auch Herausforderungen in Bezug auf Human Resources mit sich bringt, ist das Sammeln und Auswerten von Big Data bzw. Smart Data. Die Analyse der großen Datenmengen, die täglich durch jeden Menschen produziert werden, kann ein wertvolles Tool sein, um Kundenbedürfnisse besser erkennen und auf sie zu reagieren zu können. In Heilbronn zeigte Hannah Bartkowiak von SAP Deutschland, wie die SAP Lösung HANA im Handel eingesetzt werden kann. In Echtzeit lässt sich sehen, wer wann und wo einkauft, sodass sich Geschäfte optimal auf Stoßzeiten einstellen und zielgruppenspezifische Werbung schalten können (z.B. mit Hilfe von Digital Signage oder Beacons).

© Ralph Paglia

© Ralph Paglia

So lässt sich zur richtigen Zeit das richtige Produkt bewerben oder auffällig platzieren, um Kunden den Einkauf zu erleichtern und Umsätze zu steigern – weil man schon im Vorfeld weiß, welche Kunden wann kommen und was sie suchen. Ermittelt werden können diese Daten zum Beispiel durch einen im Einkaufswagen installierten Chip, der verfolgt, welchen Weg der Kunde durch den Laden nimmt und an welchen Stellen er sich länger aufhält. Auf einer Karte lässt sich dies dann darstellen, um ggf. Produkte, die häufig gekauft werden oder einen höheren Preis haben, optimal platzieren zu können. Außerdem zeigen sich so Schwachstellen in der Ladenplanung, wie z.B. ungünstig platzierte Aufsteller, die für Stau im Laden sorgen.
Wie alle Innovationen muss auch diese Möglichkeit umgesetzt werden können. Die deutsche Wirtschaft scheint jedoch noch nicht den optimalen Weg gefunden zu haben. Die Wirtschaftswoche bemängelte im vergangenen Herbst, dass viele Unternehmen noch nicht verstanden haben, wen sie eigentlich für diese Aufgaben einstellen müssen. Wirtschaftswissenschaftler mit statistischen Fähigkeiten sind noch lange keine Big Data Spezialisten. Doch wo findet man solche? Laut Wirtschaftswoche ist ein Problem bei der Sache, dass es bisher einfach noch kaum speziell ausgebildete Big Data Analysten gibt: „Hochschulen bieten derzeit kaum entsprechende Studiengänge an, weil sich der Sektor schneller entwickelt, als sich Lehrpläne und Curricula erstellen lassen“, lautet es in dem Artikel. Es muss also nicht nur die deutsche Wirtschaft auf die Digitalisierung reagieren. Auch im Bereich Big Data sollte es die Möglichkeit geben, als Spezialist ausgebildet zu werden. Denn nur mit den entsprechenden Fachkräften können Unternehmen Daten sammeln, relevante Informationen herausfiltern und so auswerten, dass sie zur Optimierung des Handelsalltags eingesetzt werden können.
Unser Fazit nach dem Besuch der Retail Innovation Days 2016: der Weg zur Digitalisierung muss beim Mitarbeiter ansetzen. Mobile Endgeräte als Haupttools für die Jobsuche und Bewerbung werden erkannt und zunehmend eingesetzt. Der Handel scheint sich vorzubereiten auf die Bewerber von (heute und) morgen, die „Digital Natives“. Viele Unternehmen legen auch Wert auf die Weiterbildung ihrer bestehenden Mitarbeiter. Der große Vorteil von digitalen Technologien ist hier, dass sie intuitiv nutzbar sind und den Verkaufsalltag bereichern. Defizite zeigen sich noch im Bereich Ausbildung. Der Handel braucht Spezialisten – und daher angepasste, bzw. neue Ausbildungsberufe bzw. Studiengänge.

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Interview mit den Gründern von store2be – der Buchungsplattform für temporäre Aktions- und Verkaufsflächen

Immer mehr eCommerce Pure-Player suchen ihren Weg in die Offline-Welt. Vielen ist jedoch einerseits evtl. das Risiko des Investments zu groß oder sie wollen die Offline-Welt auch erst einmal testen. Den passenden Standort bzw. die richtige Ladenfläche zu finden und dann anzumieten stellt außerdem einen zusätzlichen Aufwand dar. Viele wollen sich evtl. auch nicht sofort langfristig binden. Eine Möglichkeit für Online-Händler ohne großes Investment einen ersten Schritt in Richtung stationärer Handel zu machen bietet die Online-Buchungsplattform store2be. Das junge Unternehmen vermittelt Laden- und Aktionsflächen von bestehenden stationären Händlern an Online-Händler. Beispielhaft könnte dies wie folgt aussehen…

Beispielhaftes Einsatzgebiet von store2be
Soziale Netzwerke begleiten uns auf Schritt und Tritt. Tagtäglich werden Unmengen an Content über die verschiedenen sozialen Kanäle verbreitet. Visueller Content in Form von Fotos bildet einen großen Anteil hiervon. Nicht nur via Instagram und Facebook lassen sich lustige, bewegende, wichtige und auch nicht so wichtige Momente in Sekundenschnelle teilen und verewigen. Doch manchmal möchte man doch mal wieder ein gedrucktes Foto in der Hand haben. Die Tatsache, dass heute kaum noch jemand akribisch Familienfotos sichtet und in Handarbeit in Fotoalben sortiert, heißt nicht, dass das gedruckte Bild ausgestorben ist. Im Gegenteil: Moderne Technologie ermöglicht eine große Vielfalt an Fotoprodukten, mit denen sich Erinnerungen verewigen lassen. Vor allem mit Hilfe von Onlinetools kann man schnell und unkompliziert die gewünschten Produkte erstellen und personalisieren. Doch wie könnte man eine solche Dienstleistung auch offline verfügbar machen?

Angenommen es gäbe ein junges Unternehmen, welches hochwertige Drucke von Social Media Produkten wie z.B. Instagram-Fotos im Polaroid-Format oder auch Facebook-Alben als gebundene Fotobücher anbietet. Die Jungunternehmer haben sich schon im Bereich Social Printing etabliert und einen festen Kundenstamm aufgebaut. In der näheren Zukunft möchten sie nun gerne ihren Produktkatalog erweitern und ihre Kunden aktiver in die Erstellung der Prints einbinden. Bisher können Bestellungen ausschließlich online abgewickelt werden. Das Drucken und Fertigstellen der Produkte erfolgt dann in einem kleinen Raum, den die Jungunternehmer gemeinsam mieten. Dort gibt es gerade genug Platz für ihr Arbeitsgerät.
Was sie nun brauchen ist eine Verkaufsfläche. Nur so schaffen sie den Sprung vom reinen Onlineunternehmen und steigern ihren Bekanntheitsgrad. Das Unternehmen möchte nicht einfach nur Fotoprodukte erstellen, sondern Social Printing als Erlebnis für den Kunden anbieten. Die Idee ist, zukünftig kleinere Produkte wie Magneten oder Polaroid-Prints direkt vor Ort erstellen zu können. Außerdem möchten sie gerne eine Fotobox aufstellen, aus der die Kunden per App ihre Fotos selbst drucken können. So hoffen sie, ihr Onlineunternehmen buchstäblich unter das Volk zu bringen und mit Offline Erlebnissen zu verbinden.

Was also tun? Einen ganzen Laden anzumieten birgt ein großes Risiko. Außerdem überstiege eine Ladenmiete langfristig das Budget der jungen Gruppe. Optimal wäre es, für ein paar Tage z.B. eine kleine Ladenfläche mieten zu können. Durch eine Internetsuche stoßen sie auf ein anderes Startup, welches die ideale Lösung für ihr Problem zu bieten scheint. Store2be, ein junges Unternehmen aus Karlsruhe, bietet eine Onlineplattform, über welche stationäre Händler kleine bis mittelgroße Ladenfläche zur kurz- oder längerfristigen Miete anbieten. Die Buchung erfolgt über store2be.
Da dieses Konzept noch nicht allzu vielen bekannt sein dürfte, haben wir uns mit den Gründern von store2be unterhalten, um genauer herauszufinden, wie ihr Unternehmen funktioniert.

  1. Wer steht hinter store2be und wie lässt sich euer Startup in einem Satz beschreiben?
Gründerteam store2be

Das Gründerteam von store2be

store2be ist die Buchungsplattform für temporäre Aktions- und Verkaufsflächen in Einzelhandelsgeschäften, Shoppingcentern und an außergewöhnlichen Orten wie Fitnessstudios oder Universitäten. Hinter store2be stehen die vier Gründer Marlon, Sven, Emil und Peter. Marlon und Sven kennen sich aus ihrem Studium an der WHU in Vallendar und bilden die betriebswirtschaftliche Seite des Gründerteams. Auch Emil und Peter kennen sich aus ihrer gemeinsamen Studienzeit am Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Sie treiben als technische Seite des Gründerteams das Produkt voran.

  1. Wie ist eure Idee entstanden?

Die Idee zu store2be ist während unserer Arbeit in diversen anderen Startups entstanden. Dort ist uns aufgefallen, wie wichtig und zugleich komplex das Thema Offline Marketing ist. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass vor allem solche Unternehmen langfristig erfolgreich sind, die auf mehrere Customer Touchpoints und Kanäle (Stichwort: Omnichannel-Marketing) setzen. Eine stationäre Präsenz ist jedoch mit hohem Aufwand verbunden und der Erfolg solcher Aktionen schwer messbar. Genau da setzen wir mit store2be an und bieten unseren Kunden alles für eine erfolgreiche Aktion. Gleichzeitig lässt sich in unseren Augen eine zunehmende Uniformität und ein starker Druck zur Weiterentwicklung im Einzelhandel beobachten. Indem wir neuartige Marken und Produkte mit stationären Händlern und ihrer Infrastruktur zusammenbringen, stärken wir beide Gruppen und bringen wieder mehr Abwechslung in den Einzelhandel.

  1. Wer nutzt store2be bisher hauptsächlich?

Die buchenden Unternehmen sind aktuell viele Online-Unternehmen und Konsumgüterunternehmen. Künftig wird store2be aber vermutlich auch für Einzelhändler interessant, die temporär an neuen Orten auftreten möchten.

  1. Inwieweit seid ihr in die Umsetzung der temporären Stores vor Ort involviert?
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Eine Verkaufsaktion, organisiert von store2be

Unser Ziel ist der Aufbau einer „One-Stop-Lösung“ für den stationären Auftritt. Das heißt: Neben der richtigen Fläche bieten wir unseren Kunden auf Wunsch auch die entsprechenden Zusatzleistungen wie Standbau, Logistik und Personal. Somit lassen wir unseren Kunden nicht mit der Fläche alleine, sondern teilen unsere Erfahrungen und Ressourcen, um ihm den maximalen Erfolg auf der Fläche zu ermöglichen. Auf der Fläche selbst sind wir dann nicht mehr involviert. Hier steht der Kunde im Fokus. Während junge Gründer meist noch selbst vor Ort aktiv sind, setzen gerade unsere größeren Kunden Promotion-Personal ein.

  1. Welche Marketingmaßnahmen nutzt ihr, um store2be zu vermarkten?

Die Vermarktung von store2be ist unsere größte Herausforderung. Wir merken, dass unsere Lösung sowohl auf Vermieter- als auch auf Mieterseite Anklang findet. Allerdings sind wir als B2B-Lösung kein klassisches Online-Marketing-Produkt und nutzen deshalb alternative Wege, um unsere potenziellen Partner und Kunden zu erreichen. Derzeit setzen wir viel auf Tele-Sales und E-Mails, um zunächst eine Grundbekanntheit zu erlangen. Darüber hinaus merken wir, wenn zufriedene Kunden oder Medien positiv über uns berichten und uns aktiv als Lösung weiterempfehlen.

  1. Beschränkt sich die Zusammenarbeit auf die Vermittlung der Flächen?

Unsere Lösung von store2be beschränkt sich explizit nicht auf die reine Vermittlung der richtigen Flächen. Zusatzleistungen, die wir bereits heute anbieten können, umfassen Stände für den stationären Auftritt, Logistik, Einlagerung aller Materialien, Personal und mobile Bezahlsysteme. Darüber hinaus arbeiten wir derzeit eifrig an unterschiedlichen Offline-Tracking Lösungen, um den Erfolg der stationären Aktionen unserer Kunden messbar zu machen. Unser großes Ziel ist wie gesagt die Entwicklung einer „One-Stop-Lösung“ für den stationären Auftritt!

  1. Könnt ihr etwas mehr sagen über die Offline-Tracking Lösungen, an denen ihr derzeit arbeitet?

Vor allem durch unsere ersten Kunden, die oft aus der Online-Welt kommen, haben wir erfahren wie wichtig die Messbarkeit von stationären Aktionen ist. Natürlich wollen sie wissen, wie viele Leute ihren Stand gesehen haben und wie viele Leute letztlich auch stehen geblieben sind. Online ist das einfach möglich, Offline ist das eine technische Herausforderung. Gemeinsam mit einem Partner arbeiten wir derzeit aber an einer technischen Lösung, um auch Offline einen gewissen „Conversion Funnel“ abbilden zu können. Mehr möchten wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten, wir werden es aber rechtzeitig ankündigen.

  1. Inwiefern denkt ihr, dass store2be dabei helfen kann, dem Aussterben der Innenstädte langfristig entgegenzuwirken?

Wir denken, dass store2be einen wertvollen Beitrag dazu leistet, dass sich der stationäre Einzelhandel im Zuge der Digitalisierung weiterentwickelt und die Vorteile nutzt, die diese Entwicklung mit sich bringt. Unsere Vision ist es, dass Innenstädte künftig die Orte sein werden, an denen soziale Interaktionen und reale Begegnungen mit Marken stattfinden. Dazu muss sich der stationäre Einzelhandel aber vom reinen Produktverteiler hin zu einem Ort wiederkehrender Erlebnisse wandeln – ansonsten haben Endkunden künftig keinerlei Gründe, in Geschäfte zu strömen und Stunden in Innenstädten zu verbringen. store2be wirkt also nicht unmittelbar, definitiv aber mittelbar, dem Aussterben der Innenstädte entgegen, weil wir den stationären Handel auf dem Weg in die zunehmende Digitalisierung begleiten und ihn durch Abwechslung und Erlebnisse attraktiv für Endkunden halten.

  1. Nach welchen Kriterien wählt ihr aus, ob die Kleinunternehmer zu den Anbietern von Ladenflächen passen?

Neben der Kundenfrequenz ist vor allem die Kundengruppe entscheidend, wenn es darum geht, ob eine Fläche zu einem bestimmten Mieter passt. Derzeit fragen wir von unseren Vermietern beispielsweise die klassischen Kundenkriterien wie Alter, Geschlecht und Einkommen ab. Die meisten werbetreibenden Unternehmen haben ein genaues Bild ihrer Zielgruppe und können anhand dieser Informationen die richtige Fläche für sie finden. Während beispielsweise einer unserer Kunden (ein natürlicher Anti-Kater-Drink) explizit junge, eher männliche Kunden anspricht (die richtige Fläche war ein Fitnessstudio in Universitätsnähe), fragte ein anderer Kunde (eine Speicheranlage für Solarstrom) nach einer Zielgruppe mittleren Alters mit höherem Einkommen – die richtigen Flächen fanden wir hier in Baumärkten und Shoppingcentern in eigenheimstarken Wohngebieten. Natürlich werden wir diesen „Matching-Prozess“ zwischen Flächen und werbetreibenden Unternehmen künftig weiter verbessern. Hier haben wir sowohl konzeptionell als auch technisch noch einiges geplant und werden im Laufe des Jahres mehr bekannt geben.

  1. Welche Vorteile ergeben sich für die Vermieter der Flächen aus der Nutzung eurer Dienste im Gegensatz zur eigenständigen Vermietung von Ladenflächen?

Grundsätzlich profitieren unsere Flächenpartner von store2be, weil wir ihnen mit store2be ein kostenloses Tool an die Hand geben, mit dem sie ihre Flächen Online vermarkten können. Wir vergrößern außerdem die Reichweite und die Bekanntheit der verfügbaren Flächen. Es ist ja nicht das Kerngeschäft unserer Partner, ihre Flächen zu vermarkten; darauf konzentrieren wir uns. Tatsächlich werden (wir) auch oft mit klassischen Hotel-Buchungsplattformen verglichen. Auch hier profitieren Hotels ja von der größeren Reichweite durch eine bekannte Plattform als Partner, wenn auch in diesem Fall, anders als bei uns, nicht kostenlos. 

  1. Wie seht ihr eure Situation in Bezug auf Konkurrenz? Habt ihr starke Konkurrenz? Wenn ja, wie hebt store2be sich davon ab?

Es gibt diverse Anbieter, die sich auf die Vermittlung von leerstehenden Geschäften als temporäre PopUp Locations konzentrieren. Von diesem Fokus haben wir uns relativ schnell verabschiedet, weil dieser Markt in unseren Augen bereits gut besetzt ist. Unser Fokus liegt auf solchen Flächen, die bereits belebt sind und über eine Infrastruktur verfügen. Solche Flächen können zum Beispiel in bestehenden Einzelhandelsgeschäften (store-in-store) und Shoppingcentern, aber auch an außergewöhnlichen Orten wie Fitnessstudios oder Kinos sein. Durch die Konzentration auf diesen Flächentyp differenzieren wir uns von anderen Unternehmen im Bereich „Agile Retail“. Darüber hinaus bieten wir eine „One-Stop-Lösung“ für den stationären Auftritt und bieten nebender Fläche selbst auch alle relevanten Zusatzleistungen. Auch dadurch möchten wir uns differenzieren.

12. Wie seht ihr die Zukunft von store2be?

Unsere wichtigsten Schritte im Jahr 2016 sind der Ausbau unseres Flächenportfolios über unterschiedliche Flächentypen und die Ansprache neuer Kundengruppen, für die unsere Lösung relevant ist. Derzeit befindet sich der Großteil unserer Flächen in Shoppingcentern und inhabergeführten Geschäften; im Jahresverlauf werden wir noch weitere Flächentypen anschließen, damit jedes Unternehmen über store2be mit wenigen Klicks an den Orten auftauchen kann, wo es seine Zielgruppe optimal erreicht. store2be_logo_v_b_780x620
Darüber hinaus entwickeln wir unser Produkt konsequent weiter, um den Abstimmungsprozess zwischen Mietern und Vermietern von Flächen Schritt für Schritt zu vereinfachen und zu automatisieren. Langfristig möchten wir store2be als ernsthaften neuen Marketingkanal etablieren. Wir glauben fest daran, dass Unternehmen künftig wieder vermehrt auf stationäre Marketingelemente setzen werden. Dazu muss es uns gelingen, die Buchung einer stationären Präsenz so einfach zu gestalten wie die Buchung einer Online-Kampagne.

Im Falle von unserem Social Printing Unternehmen scheint dies genau der richtige Weg zu sein. Es wäre eine gute Möglichkeit, eine Fläche über store2be anzumieten und so den ersten Schritt in Richtung stationärer Handel zu wagen. Und dies ohne das Risiko, sich mit einer Ladenmiete zu übernehmen. Vielleicht würde es auch mehrere Buchungen über store2be geben, die dem jungen Unternehmen dabei helfen könnten, auch offline erfolgreich zu sein.

– Danke an die Gründer von store2be für das Interview!

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regital.de wird zum Blog von Digital-Retail.de

Eine kurze Mitteilung in eigener Sache:
Mein Blog regital.de wird jetzt umgestellt zum Blog von DigitalRetail – meiner Unternehmensberatung für die digitale Transformation im Handel.
Mit DigitalRetail möchte ich noch stärker den Fokus auf die Schwerpunkte meiner Tätigkeit lenken – der Digitalisierung im Handel. Aus diesem Grund habe ich mein Beratungsunternehmen next-e.biz auf DigitalRetail umfirmiert.
Die Umstellung wird jedoch keinerlei Auswirkungen auf meine Beiträge etc. haben, sondern lediglich die Fokussierung auf die digitale Transformation im Handel deutlicher machen. Ich werde selbstverständlich weiter unabhängig und neutral die wichtigen Themen der Digitalisierung im Handel aufgreifen, und frei meine Meinungen dazu äußern. Ich wünsche Euch weiter gute Information uns Spaß an meinen Beiträgen.

Euer Hagen Fisbeck

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Kunden statt Kanäle und Devices – Der Stolperstein in der IT beim OmniChannel

Der Multichannel-Handel hat sich mittlerweile auf die OmniChanel-Reise begeben und versucht nun, die unterschiedlichen Kanäle miteinander zu verbinden bzw. zu verschmelzen. Die Entschlossenheit für diese Richtung findet dann auch mittlerweile immer stärker Einzug in echte Umorganisationen in den Handelsunternehmen, in denen dann die Kanäle unter eine gemeinsame OmniChannel-Führung zusammengeführt werden.

Auf den ersten Blick scheint der Handel also die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und Lehren aus der Vergangenheit gezogen zu haben, als der eCommerce aufkam – bzw. Online-Händler, welche nun immer mehr auch in die stationäre Welt eintauchen, wollen diese Erfahrungen schon gleich vermeiden.

Das Versäumnis der rechtzeitigen Integration des eCommerce

Der Handel scheint also alles richtig zu machen – der Wille ist da. Wenn nur nicht diese IT wäre, mit seinen Stolperfallen…
Der Grund hierfür ist recht simpel. Die IT war und ist ja immer Problemlöser und Effizienz-Verbesserer für Prozesse. Aber schon beim Aufkommen des eCommerce wurden oftmals strategische Fehler begangen bzw. es wurde versäumt, Neuerungen später strategisch vernünftig rechtzeitig in bestehende Strukturen zu integrieren.
Nehmen wir als Beispiel einmal den Versandhandel. Die klassischen Katalogversender reagierten mehr oder weniger früh auf das Internet und deren Möglichkeiten. Aber selbst die Händler, die hier früh eine Chance witterten und gute Chancen gehabt hätten/hatten, sind mittlerweile ins Straucheln gekommen oder existieren nicht mehr. Wie es oftmals so ist mit neuen Konzepten, entsteht zunächst ein Projekt, dann eine Abteilung usw. und man baut zunächst seine eigene Welt mit eigenen Strukturen. Fast überall entstand dann ein Bereich eCommerce, Neue Medien, you name it… Dieser waltete oftmals autark von der bisherigen IT losgelöst, was sicher oft von Vorteil und richtig war – Schnelligkeit, Flexibilität, Unabhängigkeit usw. waren alles sehr gute Argumente und so entstand eine eigene Welt im Unternehmen – mit oftmals spiegelbildlichen Strukturen zur bestehenden Organisation (IT, Einkauf, Content, Produktdaten, Marketing,…) – versehen mit dem Prefix „Online-…“. Alles in allem sicher ein guter und richtiger Weg, um schnell im Markt voran zu kommen. Nach nunmehr jedoch rund 20 Jahren eCommerce muss man sich jedoch die Frage stellen, ob diese Parallelwelt noch zeitgemäß ist, oder ob man nicht schon eher hätte alles zusammenführen müssen. Auch wenn das Internet für einige noch immer Neuland ist, so ist ja bereits schon wirklich sehr lange klar (alleine auch schon aufgrund der Umsatzanteile im eCommerce am Umsatz eines Händlers), dass der Online-Handel kein Projekt mehr ist, sondern sich hat und das Internet sicher nicht mehr weg geht.

Organisatorisch wird bereits vieles richtig gemacht

Okay… Auf der organisatorischen Ebene haben es mittlerweile fast alle Händler verstanden und fassen die bislang getrennte Kanalbearbeitungen unter dem Sammelbegriff OmniChannel zusammen. Aber reicht das aus?
Schaut man sich dann nämlich die gewachsenen getrennten Strukturen auf der Ebene der dazu notwendigen IT an, dann eröffnen sich einem hier extrem komplexe Gebilde – in beiden Welten. Die oftmals voneinander losgelösten IT-Infrastrukturen haben im Laufe der Zeit und weiterem technologischem Fortschritt und immer stärkerer Spezialisierung – auch von Systemen – ein enormes Maß an Komplexität durch Systemvielfalt, Schnittstellen, Datenbanken etc. bekommen. Eine Änderung an einer Stelle zieht Änderungen in einer Vielzahl von Schnittstellen und anderen Systemen nach sich. Das Maintainance und der Betrieb haben oftmals in beiden Welten gigantische Ausmaße angenommen.
So stellt sich einem nun schon die Frage, ob die Händler denn dann auch in der Lage sind, die organisatorischen Veränderungen und den Veränderungswillen der Geschäftsführer und Manager auch in die Tat umsetzen zu können – denn man ist von der IT mittlerweile von den bestehenden IT-Strukturen abhängig. Die Chance, noch rechtzeitig auf die Entstehung von Komplexität in beiden Welten zu reagieren und so noch rechtzeitig die Kurve zu kriegen und beide Welten in eine neue gesamte Infrastruktur zusammenzuführen wurde oftmals verpasst.

Die Schwäche des Effizienzdenkens und der Standardisierung

Und hier wird dann eine Schwäche von Standard-Technologien sehr deutlich – sie laufen der Zeit immer hinterher, denn es wird das zu einem Standard, was sich im Markt etabliert hat (also was schon da ist). Und so findet man dann für jeden Kanal eine für sich genommen sicher effiziente Standard-Lösung – die jedoch für die heutigen und künftige Anforderungen nicht die nötige Effektivität hat.
Hier wird die alte Weisheit „Effektivität schlägt Effizienz“ der Schumpeterischen Entwicklungstheoretiker deutlich.
Denn die Anforderungen an ein echtes OmniChannel, welches um Click&Collect oder Reservierungen im Store etc. hinaus geht (wobei Letzteres schon eine hohe Kunst ist) und echtes Seamless-Shopping ermöglichen muss, kann man nicht einfach durch Schnittstellen zwischen beiden Welten lösen. Hier besteht mehr als Nachholbedarf, denn oftmals ist noch das Problem, dass neben der Besitzstand- und Bewahrer-Denke auch die Fähigkeit für das Verständnis der künftigen Herausforderungen fehlt. Hier droht trotz OmniChannel-Strategie und Umorganisation insbesondere bei Multi-Channel-Händlern mit stationären Läden ein ähnliches Schicksal, wie es in der Vergangenheit (und noch bis heute) dem einen oder anderen Versandhändler durch das Aufkommen des Online-Handels traf.

Kaum ein Anbieter von Systemen ist auf die künftigen Herausforderungen vorbereitet. Was tun? Man müsste eigentlich etwas eigenes entwickeln (da es noch keine Standard-Lösung gibt) – und das wird für etablierte und große Unternehmen sicher keine einfache Sache, da ja im Prinzip kein neuer Kanal hinzu kommt, den man dann mit einer Schnittstelle bedienen kann, sondern es trifft etablierte Kanäle und Prozesse im Herz – also lieber doch warten, bis einer angefangen hat und sich dann irgendwann ein Standard entwickelt?

Es besteht zeitnaher und hoher Aufholbedarf in der IT der Händler und insbesondere auch bei den System-Anbietern. Bislang gibt es kaum IT-Systeme für den Handel, die dieser Anforderung gerecht werden. Man konzentriert sich stattdessen z.B. bei Anbietern von Shop-Systemen gerade noch immer darauf, dass man eine schicke mobile-Lösung für Online-Shops sowohl für SmartPhones und Tablets bereitstellen möchte oder auf tolle App-Features, anstatt zu verstehen, dass es nicht um Kanäle oder Devices geht, sondern um den Kunden. Der Kunde denkt nicht in Kanälen oder Devices. Er möchte künftig seamless einkaufen – also seinen Einkauf evtl. am Tablet beginnen, am Smartphone fortsetzen und im Laden abschließen.
Der Handel wird also auf allen Ebenen seamless werden – vom Marketing über das Shopping bis hin zum Analytics.
Es muss daher auch endlich das Verständnis dafür entstehen, dass das Internet kein Kanal ist, sondern die Infrastruktur, welche all dies ermöglicht – und so ist dann bspw. auch die Kasse nur ein weiteres Device auf dem gleichen System (also im Prinzip nur eine spezielle Sicht auf den Online-Shop).

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Interview mit dem Gründer des mobilen Bezahldienstes payleven

Es kommen ja gefühlt fast täglich neue mobile Bezahldienste auf den Markt. Daher habe ich einmal die Gelegenheit genutzt ein kurzes Interview mit dem Gründer von payleven, Konstantin Wolff, zu führen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was payleven besonders macht und warum man sich diesen Anbieter einmal genauer anschauen sollte.

Konstantin Wolff - Gründer payleven

Konstantin Wolff – Gründer payleven

  1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Konstantin Wolff: Mein Name ist Konstantin Wolff, ich bin Gründer und CMO von payleven. Das Unternehmen wurde im März 2012 von einer Gruppe Finanzexperten und Entrepreneuren gegründet und ist derzeit in neun europäischen Märkten und Brasilien aktiv. Mit dem Chip & PIN Kartenleser, der sich über Bluetooth mit der payleven App auf dem Smartphone oder Tablet des Händlers verbindet, können kleine und mittelständische Unternehmer jederzeit und überall Kartenzahlungen annehmen: sicher, flexibel und 100 % mobil.

  1. Was ist Eure Vision und wie seid Ihr auf Eure Idee gekommen?

KW: Kleine und mittlelständische Unternehmen konnten Ihren Kunden in der Vergangenheit keine Kartenzahlung ermöglichen. Dabei geht der weltweite Trend jedoch weg vom Bargeld und hin zur Kartenzahlung. Zudem zeigen Untersuchungen, dass die Attraktivität eines Unternehmens ggü. Konsumenten durch Innovationsfreudigkeit, wie z.B. das Anbieten neuer Zahlmethoden, positiv beeinflusst werden. Da traditionelle Kartenzahlungsanbieter meist hohe monatliche Fixkosten, lange Vertragslaufzeiten und Mindestumsätze verlangen, waren kleine und mittelständische Unternehmer von dieser Entwicklung bisher ausgeschlossen. Mit payleven können Unternehmer nun ihre Umsätze und ihre Kundenzufriedenheit steigern. Dabei versteht sich payleven als ganzheitliche Lösung die über die reine Zahlung hinaus eine Reihe zusätzlicher Funktionen für Unternehmer bereitstellt.

  1. Mobile-Payment-Lösungen gibt es mittlerweile viele. Was ist Euer USP und warum glaubt Ihr, dass Ihr Euch am Markt behaupten könnt (gegen PayPal & Co.)?

KW: Wir sind Technologieführer und haben z.B. als erster Anbieter den Chip & PIN Kartenleser europaweit in den Markt gebracht. So haben wir maßgeblich dazu beigetragen, die Technologie als Marktstandard zu etablieren. Neben einem guten Produkt bieten wir unseren Kunden eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen, wie bspw. eine Echtzeit-Übersicht aller Verkäufe oder die Verwaltung individueller Mitarbeiterkonten. Hinzu kommt unser Premium-Kundenservice der per Telefon, E-Mail oder Chat erreichbar ist.

  1. Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell?

KW: payleven bietet seinen Kunden einen flexiblen, mobilen und insbesondere sicheren Bezahlservice. Hinzu kommt, dass Bezahlvorgänge transparent und fair abgewickelt werden. Für jeden Bezahlvorgang verlangen wir eine Transaktionsgebühr. Diese wird nur gezahlt, wenn der Kunde unser Gerät auch wirklich nutzt. Damit gehen wir auf die Bedürfnisse kleinerer Unternehmen ein, für die ein herkömmliches Terminal zu teuer wäre. Pro Transaktion zahlen unsere Kunden einen geringen Prozentsatz des Betrags als Gebühr. Dieser variiert je nach verwendeter Karte.

 

 

  1. Wie funktioniert das Bezahlen bei Euch aus Kundensicht?

KW: Die Zahlung mit dem Chip & PIN Kartenleser funktioniert ähnlich wie eine klassische Lösung. Nachdem der Kunde seinen Einkauf beendet hat, begibt er sich zur Kasse. Dort steckt er seine Karte in den Kartenleser und bestätigt den Kaufpreis durch die Eingabe seiner PIN.

  1. Wie funktioniert das Bezahlen bei Euch aus Händlersicht?

KW: Der Händler benötigt für den Bezahlvorgang die kostenlose payleven App auf seinem Smartphone oder Tablet, die sich über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Chip & PIN Kartenleser verbindet. Innerhalb der App kann der Händler dann die verschiedenen Produkte auswählen oder den jeweiligen Warenwert eingeben. Im Anschluss an die PIN-Eingabe auf dem Kartenleser kann der Händler einen Beleg per E-Mail versenden oder optional über einen mobilen Drucker ausdrucken.

 

  1. Was muss ich als Händler tun, um bei Euch mitmachen zu können, welche technischen Voraussetzungen sind notwendig und welches KnowHow und welche Kosten fallen an?

KW: Händler benötigen ein Smartphone oder Tablet mit Android oder iOS für die kostenlose payleven App und eine Internetverbindung. Außerdem muss der Chip & PIN Kartenleser über die payleven Webseite oder im Handel (z.B. bei Apple, Media Markt oder Staples) erworben werden. Den Kartenleser bieten wir für einmalig 79 € an. Über die payleven Webseite registriert man sich dann. Nach Abschluss der Registrierung und einer Überprüfung aller Daten können innerhalb weniger Tage Kartenzahlungen angenommen werden.

 

  1. Wie bringt Ihr Payleven unter die Händler, d.h. wie sieht Eure Vermarktungs-Strategie aus?

KW: Wir haben uns in unserem zweijährigen Bestehen ein umfangreiches Partnernetzwerk in all unseren Märkten aufgebaut um den Zugang zur mobilen Kartenzahlung so einfach wie möglich zu gestalten. In Deutschland arbeiten wir zum Beispiel mit starken Marken wie Apple, Conrad, Media Markt und auch Staples zusammen. In Italien sind PosteItaliane und die Telecom Italia weitere Partner, die unsere Lösung wiederum Ihren Geschäftskunden anbieten.

 

  1. Wo seht Ihr Payleven in einem Jahr?

KW: In einem Jahr hat payleven seine Position als Marktführer gefestigt und weiter ausgebaut. Unsere Kunden können Kartenzahlungen sicher, mobil und günstig akzeptieren. Gleichzeitig haben Unternehmer auch die Möglichkeit, neben einer Reihe anderer neuer Features, über unseren bereits angekündigten NFC-Kartenleser vollständig kontaktlose Bezahlvorgänge anzunehmen.

 

– Danke Konstantin Wolff für das Interview!

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Amazon’s Local-Commerce-StartUp

Neben amazon local – einem Marktplatz für Deals lokaler Restaurants, Unterhaltung und Dienstleistungen – welcher im direkten Wettbewerb zu Yelp und Groupon & Co. steht, will amazon jetzt mit seinem neuen StartUp das Thema Local-Commerce mit Produkten und Services für die „reale Welt“ in Richtung lokalen Handel für Käufer und Verkäufer sehr intensiv aufbauen. Hierfür sollen zahlreiche neue und innovative Produkte und Services entwickelt werden. Hierfür wird jetzt ein großes Team aufgebaut.

Screenshot amazon - local

Screenshot amazon-local

Amazon Local iPad-App

Amazon Local iPad-App

Die jüngsten Entwicklungen machen Amazon’s Strategie sehr deutlich, sich von seiner bisherigen reinen e-commerce-Strategie zu lösen und sich hin zu einem breiten „commerce Anbieter“ für virtuellen und realen Handel im allgemeinen weiterzuentwickeln:
„The Amazon Local Commerce team is charged with extending Amazon’s value proposition (price, selection, and convenience) from e-commerce to commerce in general. We are building products and services which will delight billions of customers as they buy and sell things in the real world (as opposed to online)“
.

Im Fokus stehen bei amazon Local-Commerce sehr innovative Anwendungen, native Mobile-App Lösungen für Smartphones und Tablets – aber ebenso auch webbasierte Produkte und Services. Auch die neuen Produkte, wie das Firephone, amazon-dash oder die Beantragung der Drohnen-Lizenz sind ein Indiz dafür, die virtuelle und physische Welt auch im Bereich Local-Commerce miteinander zu vernetzen.
Bislang wurde amazon vom stationären Handel immer aus böser Feind gesehen und als Killer des Einzelhandels und der Innenstädte „verteufelt“, da es mit seinem Online-Business Umsatz aus dem lokalen Handel abzieht. Die strategische Weiterentwicklung des Marktplatzes sowie Produkten und Services in die „reale Welt“ hingegen könnte einen Beitrag dazu leisten, dem stationären Handel das Überleben zu sichern.

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Webinar Auswahl von Shop-Systemen und Agenturen

Die Qual der Wahl…
Es gibt eine Vielzahl von Shop-Systemen und Agenturen – wie aber wähle ich das richtige System und die richtige Agentur aus?
Wie kann die Entscheidung quantifizierbar gemacht werden?

Seit über 15 Jahren ist Hagen Fisbeck im professionellen eCommerce tätig.

In dieser Zeit hat er für die unterschiedlichsten eCommerce-Geschäftsmodelle System- und Agenturauswahlverfahren sowohl für kleine Händler und StartUps bis hin zu DAX-Konzernen durchgeführt.
So konnte ein enormer Schatz an Erfahrungswissen erworben werden, den Hagen Fisbeck nun gerne mit Webinaren weitergeben möchte.

Das Webinar zum Thema der Auswahl des richtigen Shop-Systems und der richtigen Agentur findet am 1.7.2014 in der Zeit von 10:00 – 12:00Uhr statt und kann entweder auf der Veranstaltungsseite bei amiando oder direkt hier gebucht werden:

Seminar – Online Event Management mit der Ticketing-Lösung von XING EVENTS

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Das Problem mit den lokalen Marktplätzen aus Händler-Sicht

Helfen lokale Online-Marktplätze dem stationären Handel wirklich?

Mittlerweile sprießen mit großem Kapital ausgestattete Konzepte bzw. Marktplätze wie SimplyLocal (vormals MyX-Place) oder LocaFox aus dem Boden, die versuchen, das lokal verfügbare Sortiment online abzubilden und zudem über Liefer-Services die stationären Händler auch zu Online-Händlern zu machen.

Auf den ersten Blick und sicher auch aus einfacher Kundensicht liegt es sicher auf der Hand, dass der stationäre Handel davon profitieren kann, wenn er sein Sortiment online abbildet, damit man sich als Kunde vorab informieren kann, was die lokalen Händler so bieten oder ob ein gesuchtes Produkt auch in der Nähe verfügbar ist. Soweit so gut und soweit die Theorie.

Das ganze stellt sich jedoch leider nicht ganz so einfach dar, wie es auf den ersten Blick scheint…

In diesem Beitrag will ich dieses Thema daher etwas tiefgründiger beleuchten und auch ein paar Probleme und Gefahren aufdecken, die sich hierbei zwangsläufig ergeben.

Ausgangslage:

  • Der stationäre Handel verliert immer mehr Umsatz an den Online-Handel.
  • Existenzbedrohung für stationäre Händler und aussterbende Innenstädte. 
Ein wenig Statistik zum Thema Online/Offline-Shopping:
  • 60 Prozent der stationären Einkäufe werden 
online  vorbereitet (ECC 2013).
  • 75 Prozent der Konsumenten suchen im 
Internet nach lokalen Anbietern (GFK 2012).
  • 97 Prozent der Konsumenten holen online 
Infos zu lokalen Unternehmen ein (Google 2012).
  • 80% der Kaufentscheidungen entstehen unterbewußt
und emotional.
  • 76% der Frauen lieben es im Bereich Fashion 
stationär einzukaufen und 72% möchten in den 
Geschäften Neuigkeiten entdecken (swirl 2013).
  • 60 Prozent der Verbraucher legen Wert darauf, sich vor einem Kauf gezielt mobil informieren zu können  –  egal ob zu Hause oder im Café (eBay 2012).
  • 80 Prozent des Einkommens werden im Umkreis von 
8 km von zu Hause ausgegeben (Google 2012)

statistik

Aktuelles Problem für die Händler: 
Sie erreichen nur die Menschen, die (zufällig) vor Ort sind.
Aktuelles Problem für die Kunden: 
Kunden wissen nicht, was die Geschäfte in der Nähe aktuell bieten.
 Die Kunden können sich derzeit nur vor Ort und während der Öffnungszeiten informieren, wohingegen ein Online-Händler immer da ist.

Es existiert somit ein Informationsdefizit über stationäre Angebote:
Informationsbeschaffung derzeit: 
Zeitaufwändiges Aufsuchen von Geschäften – während der Öffnungszeiten.
Problem: 
Nur zufälliges Auffinden von (neuen) Geschäften, Angeboten und Produkten 
sowie örtliche und zeitliche Beschränkung.

Vom Online-Handel her gedacht, liegt eine simple Strategie liegt auf der Hand. Man baut einen Marktplatz in den wie bei amazon&Co. alle Sortimente der Händler hineingekippt werden, um auch den LongTail abdecken zu können – nur eben in diesem Fall die Sortimente der stationären Händler. Man stellt also neben Amazon eine ebenfalls produktorientierte Plattform daneben mit dem einzigen Unterschied, dass die angezeigten Produkte in der Nähe verfügbar sind und man sich die evtl. auch durch Logistik-Partner etc. (noch) etwas schneller liefern lassen kann. Vielleicht bekommt der Händler dann auch analog der Händlerseiten bei  Amazon&Co. die Möglichkeit der „Selbstdarstellung“ des eigenen Ladens sowie die Darstellungsmöglichkeit der Kompetenzen.

Soweit die naheliegende Strategie.
Gehen wir mal einen Schritt weiter in die Praxis bzw. Operationalisierbarkeit und blicken wir einmal auf die Situation im stationären Handel.

Die aktuelle Situation im stationären Handel:

Der stationäre Handel nutzt die Vorteile und Chancen des Internets noch nicht.
Limitierende Faktoren: Technische Ausstattung, KnowHow, Zeit, Aufwand, Geld, Bestandswahrung,…
-> keine oder nur rudimentäre technische Ausstattung, Warenwirtschaft ohne PIM,…
-> Aufwändige Bedienbarkeit bisheriger Systeme
-> Zeitaufwand für Pflege

-> fehlender Content und Produktinformationen
-> eCommerce ist ein vollkommen eigenes Geschäftsmodell (fachlich, inhaltlich und rechtlich)
-> Entwicklungs-, Betriebs- und Vermarktungsaufwand
-> Berührungsängste mit Neuerungen und neuen Technologien
-> Bestandswahrungsproblematik (nicht die nötige offenheit gegenüber Neuerungen).
Nur ein Bruchteil der Händler ist in der Lage, die heutigen technischen Möglichkeiten für sich einzusetzen.
Das (technische) Kompetenzniveau und die Möglichkeiten im lokalen Handel klaffen mit den Kundenerwartungen immer weiter auseinander.

1. Problem Kompetenzniveau im stationären Handel:

Kompetenzniveau

Wie die graue Fläche in der Grafik zeigen soll, nimmt die Anzahl der Händler die über die jeweiligen Internet-Kompetenzen verfügen mit steigendem Internet-Kompetenzniveau deutlich ab. Kompetenz ist hier gemeint im Sinne von KnowHow aber auch im Hinblick auf Ressourcen (Personal) und technischer- und monetärer- Möglichkeiten.

Das Gros der Fachhändler ist somit weder technisch, noch monetär und geschweige denn zeitlich dazu in der Lage, einen entsprechenden Marktplatz zu pflegen, Verfügbarkeiten und Preise online zu bringen und quasi in Echtzeit aktuell zu halten. Egal ob über Schnittstelle oder manuell via CMS. Die meisten Händler müssten ihr Sortiment manuell pflegen, da ihre technische Ausstattung nichts anderes zulässt – nur wann soll er das tun und mit welchem Personal?

Ein normaler oder kleiner Fachhändler kann dies alles nicht einfach nebenbei leisten.
Selbst, wenn die Produktdaten durch die Plattform bereitgestellt werden sollten und alle Händler mit ihren Preisen dann zu dem Produkt aufgelistet werden würden, wird das Problem für den Händler auch nicht viel besser.
Demzufolge werden nur Ketten dazu in der Lage sein, diese Anforderungen dauerhaft und mit entsprechendem Ressourceneinsatz erfüllen zu können. Folglich werden die kleineren Händler nicht erscheinen und somit noch weiter an Relevanz für die Kunden verlieren.

2. Die Produktorientierung:
Ein weiterer gravierender Nachteil aus Sicht der Händler (aber auch für Kunden) ist die Produkt und Transaktionsorientierung solcher Plattformen:
Das Produkt steht im Vordergrund und nicht der Händler. Der Händler wird somit beliebig und austauschbar gemacht.
Seine Serviceleistungen und Kompetenzen treten komplett in den Hintergrund, denn es wird nach einem Produkt gesucht und es wird dann angezeigt, wo es zu bekommen ist und zu welchem Preis. Welche Kompetenz der Händler hat, welche Zusatzservices der jeweilige Händler um das Produkt herum bietet, etc tritt in den Hintergrund. Da der Kunde bei dieser Form von Plattformen bereits wissen muss, was er sucht, ist er folglich bereits informiert – andere und vielleicht bessere Produkte sind für ihn ein blinder Fleck, da er diese bzw. die Alternativen evtl. gar nicht kennt. Er ist blind auf der Suche nach diesem einen Produkt. Zudem wird es schwierig, auf Neuheiten (die der Kunde vielleicht noch gar nicht kennt und wonach er folglich gar nicht sucht) aufmerksam zu machen – aber auch auf Aktionen und weiterer Angebote im Laden.
Wenn jedoch die Fachkompetenz in den Hintergrund rückt, dann wird sie auf diesen produktorientierten Plattformen auch nur schwer zu einem differenzierenden Faktor. Das Bildungs- und Ausbildungsniveau sowie KnowHow werden weiter runter gefahren. Der Händler wird zu einem reinen Schubladenschieber bzw. mit dem Delivery-Service zu „Pickern“ und „Packern“ degradiert – und verliert dabei sicher auch die Freude an seinem Job…
Qualifikation und Kompetenz werden unwichtig, die Freude am Verkaufen, der persönliche Kontakt, die Gespräche und die Beratung schwinden – sparen, Kosteneffizienz und somit Gehaltsdruck etc. stehen im Mittelpunkt, um möglichst günstige und im Online-Wettbewerb stehende Preise halten zu können.
Kaufsituationen1
Das Konzept der gezielten Produktsuche und Transaktionsorientierung ist zudem das Terrain des eCommerce. Hier haben die reinen Online-Händler ihre Stärken. Hier haben die großen Versandhändler bzw. Pureplayer die Nase vorn. Wenn ich eh schon als Kunde online bestellen kann (sofern Lieferservice des lokalen Händlers mit angeboten wird), dann kann ich es auch direkt beim reinen Online-Händler. Die Kunden werden noch stärker zum online bestellen erzogen. Nicht rein produktorientierte Plattformen für lokale Händler, wie @myStore gehen hier einen anderen Weg und stellen den Händler mit seinen Kompetenzen und nicht ein bestimmtes Produkt in den Mittelpunkt.

3. Der Preis rückt in den Mittelpunkt:
Die Händler, die das gesuchte Produkt haben, können sich quasi nur durch den Preis (und vielleicht Userbewertungen oder Service-Icons etc.) differenzieren. Stehen aber dennoch hier im direkten Wettbewerb zu reinen Online-Händlern mit einer ganz anderen Kostenstruktur. Hier werden im Wesentlichen nur Ketten eine Chance, dauerhaft mitzuhalten.

4. Existenzbedrohende schrumpfende Umsätze:
Mit der Preisfokussierung steht auch der Punkt der schrumpfenden Umsätzen im Zusammenhang.
Die für stationäre Händler notwendigen Zusatzverkäufe und Impulskäufe bleiben aus, da der Kunde ja nur gezielt das Produkt findet bzw. kauft, welches er gesucht hat. Er wird nicht durch weitere Produkte des Händlers inspiriert. Folglich sinkt der durchschnittliche Warenkorb in Menge und Wert. Umsatz wird quasi nur mit den günstig kalkulierten Produkten gemacht. Also mit Produkten mit Margenproblem. Die Mischkalkulation geht immer weniger auf. Dieses 1-Produkt-Kauf-Problem haben reine Online-Shops nicht in diesem Ausmaß, da sie ja über die Warenkorb- und weiterer Shop-Funktionalitäten mehrere Produktverkäufe für den Online-Shop in einer Bestellung generieren können.

5. Warenhandlingsituation bei Lieferservice.
Der stationäre Händler steht beim Thema Lieferservice auf einmal ganz neuen Herausforderungen gegenüber, die er nebenbei erledigen muß. Neben Drucken von Rechnung und Lieferschein, verpacken und versenden (mal das Thema des ständigen Logistik-Dienstleisterverkehrs in den Innenstädten, um schnelle Lieferzeiten in bspw. 60 Min. zu ermöglichen abgesehen) kommt auch das Thema des Retourenhandling und Rückerstattung des Geldes auf demselben Weg der Bezahlung auf den Händler zu. Kommt die Ware zurück, dann muss die Ware u.a. auch geprüft und ggf. aufbereitet werden. Gerade vor dem Hintergrund der Betrugssituationen ist hier besondere Aufmerksamkeit geboten (z.B. Umetikettierung von Speicherkarten, Entfernung von Komponenten aus einem PC, „Zalando-Party“-Problematik,…). Der Händler muss bspw. ein komplettes Retouren-Management-KnowHow aufbauen, um hier nur beispielhaft einen kleinen Teilaspekt zu nennen.

6. Rechtliche Situation:
Mit dem vorgenannten Punkt geht das ganze Thema der rechtlichen Situation einher, die vollkommenes Neuland für die stationären Händler darstellt. Telemediengesetz, Fernabsatzgesetz, Wettbewerbsrecht, Widerrufsrecht, etc.
Selbst eine online getätigte Reservierung (nicht Bestellung) unterliegt diesen Vorschriften. Auch hier mache ich nur mal ein einfaches Beispiel. Ein Kunde bestellt via SmartPhone einen Fotoapparat bei einem Fachhändler. Der Fachhändler muß hier nicht nur seine eigenen AGBs und Service-Informationen sowie Garantiebestimmungen, Batterieverordnung,… etc. vorhalten, sondern – da das Smartphone diese AGBs nicht speichern kann, müssen diese auch in der Bestellbestätigungsmail mitgesendet werden (Fernabsatzgesetz). Sowohl Händler als auch Käufer müssen bspw. in einem Garantiefall wissen, welche AGBs zum Zeitpunkt des Kaufes gegolten haben. Dies kann und muss natürlich in vielen Bereichen auch die Plattform leisten. Dies bedeutet aber zusätzliche und nicht zu unterschätzende Komplexität für den kleinen Fachhändler.

7. Verfügbarkeits-Problem
In diesem rechtlichen Zusammenhang ist sicher auch auch das Verfügbarkeits-Problem zu sehen: Denn es gibt für einen stationären Händler keine Echtzeit-Verfügbarkeit, die er online kommunizieren kann, da ein Kunde im Laden ein online als verfügbar angezeigtes Produkt bereits in der Hand haben kann (anders als im Online-Handel, der Warenkorb den Bestand runter zählt und wo durch Picken durch den Mitarbeiter der Bestand reduziert wird). So entsteht in dem Mischmodell stationär/online die Frage: Wer bekommt das Produkt? Derjenige, der online bestellt und bezahlt hat, oder der Kunde im Laden? Eine Bestandsreservierung für den Marktplatz kann sich kein kleiner Händler leisten. Ohne direkte technische Anbindung an die Kasse müsste zudem nach jedem Verkauf der letzten Artikelposition SOFORT – quasi in Echtzeit – die Verfügbarkeit angepasst werden, sofern es keine reservierte Bestände gibt, die das System für Anfragen aus dem Marktplatz heraus selbst herunter zählen kann. Dies ist ja bei Produktsuchmaschinen, die auf Online-Shops verlinken anders, da hier dann im nächsten Schritt der Online-Shop die tatsächliche Verfügbarkeit kennt und bei Marktplätzen gibt es von den Händlern reservierte Bestände für diese Marktplätze. Die rechtliche Brisanz dieses Themas ist jedem Online-Händler bestens bekannt.

8.Das Aussterben der Innenstädte wird forciert. 
Die Kunden werden mit dem delivery-service noch stärker dazu erzogen, Online-Käufe zu tätigen (und nicht mehr in die Stadt zu gehen, sorgt für leere Innenstädte) und es wird Ihnen dabei sogar suggeriert, dass sie damit dem lokalen Handel etwas gutes tun. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Lage und qualifiziertes Verkaufspersonal rücken in den Hintergrund. Denn nur so kann der Händler im Preiswettbewerb auf dem Marktplatz (in zudem direkter Konkurrenz zum Online-Handel) mithalten. Und wenn u.a. durch die „Bestellfunktion“ und die Lage in den Hintergrund rückt und es quasi egal wird, wo der Händler seine Garage (das Ladengeschäft wird ja nicht mehr benötigt) hat. Das Aussterben der Innenstädte wird damit also in keinster Weise verhindert. Im Gegenteil – sogar forciert. Zudem werden die stationären Händler zu Online-Händlern erzogen. Dies alles stärkt jedoch letztendlich den Online-Handel und nicht den Offline-Handel. Denn auf diesem Gebiet haben dann die reinen und erfahrenen Pure-Player die deutlich besseren Karten.

9. Stärkung der reinen Online-Marktplätze: 
Wenn die Händler ihre Prozesse sowieso auf Online umstellen, dann können sie auch gleich auf den reinen Online-Marktplätzen wie Amazon & Co. verkaufen, um damit die Beschränkung der lokalen Reichweite aufzuheben, die ja dann auch gar nicht mehr nötig ist.

usw…

Dieser Beitrag umfasst sicherlich nicht alle Aspekte der Probleme und Herausforderungen, die durch lokale Marktplätze für den stationären Handel und die Innenstädte entstehen. Er gibt aber sicherlich einen ersten Einblick in die Thematik, die sich in der Praxis deutlich komplexer, facettenreicher und komplizierter darstellt, als es zunächst den Eindruck machen könnte.

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Auch barcoo setzt auf iBeacon-Technologie – Händler profitieren von der großen Verbreitung der App

Auch barcoo kommt mit einer iBeacon-Lösung für stationäre Händler und könnte mit seiner großen Reichweite für eine erfolgreiche weite Verbreitung sorgen. Laut barcoo ist die Verbraucher-App bereits auf jedem dritten Smartphone installiert und fast jedes Smartphone nach 2012 unterstützt die iBeacon-Technologie. Erster Partner ist der Mymuesli-Store in München.

Durch die Barcoo-Beacons erhalten Verbraucher, die die Barcoo-App installiert oder ihre eigene App um die barcoo-Beacon-Funktionalität erweitert haben, eine Benachrichtigung über besondere Angebote, wenn diese sich dem Barcoo-Beacon nähern.
Ferner kann der Service auch für die Kundenbindung eingesetzt werden. Bei wiederholten Besuchen des Geschäftes könnten die Kunden bspw. mit einem kleinen Geschenk belohnt werden, wodurch diese positiv überrascht werden, ohne selbst aktiv werden müssen.

Benjamin Thym, Gründer und Geschäftsführer von Barcoo, äußert sich wie folgt:

„Die Technologie und der Markt für iBeacons stehen noch ganz am Anfang. Wir wollen mit Barcoo Beacons kleinen und großen Einzelhändlern von vornherein einen einfachen Zugang dazu anbieten. Mit unserer großen Reichweite können wir für jede Filiale schon jetzt den Kontakt zu einer nennenswerten Anzahl von Konsumenten im Monat garantieren“.

Derzeit werden allerdings nur iPhones mit iOS7 unterstützt. Für Android-Nutzer soll der Service demnächst aber ebenfalls verfügbar sein.

Folgendes Video zeigt den Einsatz der barcoo-Beacons:

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iBeacon-Umfrage zu möglichen Einsatzgebieten

Das Thema iBeacon erfreut sich immer stärkerer Beliebtheit und wird jetzt auch erstmals auf einer Messe – der CeBIT – einem breiten Publikum in Deutschland bestimmte kontextbezogene Services direkt auf dem Smartphone des Besuchers bereitstellen.

Wir haben jetzt eine Umfrage gestartet, um sinnvolle Anwendungsfelder der iBeacon-Technologie zu identifizieren und bitten daher um Ihre Teilnahme:

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Yapital führt kontaktloses mobile Payment mittels Beacon ein

Vor kurzem haben wir hier die Frage gestellt, welche mobilen Payment-Anbieter sich neben Apple, PayPal, Google und Amazon noch im Markt durchsetzen und behaupten können. Die Otto-Tochter Yapital hat mittlerweile recht gute Chancen, sich seinen Platz in Deutschland und Europa zu sichern. Neben der Ausweitung der Akzeptanz und dem Vorteil, dass es ein europäischer und nicht amerikanischer Payment-Anbieter ist (gerade vor dem Hintergrund der durch die NSA-Affäre gestiegenen Sensibilität bzgl. der Daten bei vielen Verbrauchern) zeigt sich Yapital sehr innovativ und kooperiert mit POSPartner, einem Spezialisten für Kassensysteme und elektronischem Zahlungsverkehr, um mobiles kontaktloses Bezahlen mittels iBeacon zu ermöglichen. Im Oktober zeigte PayPal zwar bereits ihr Konzept des Bezahlens via iBeacon. Das Ausrollen in der Praxis scheint jedoch noch auf sich warten zu lassen. Durch die Kooperation mit POSPartner könnte Yapital hier PayPal in der Markteinführung einen Schritt voraus zu sein, denn die Lösung soll noch im ersten Halbjahr bei den Handelspartnern eingeführt werden.
Der Yapital-Vorstandsvorsitzende Nils Winkler sagt: „Wichtig war für uns dabei, dass dies bei allen unseren Handelspartnern einfach einzusetzen ist und die Bedienung für den Nutzer so bleibt, wie er es gewohnt ist“.
Die Bluetooth Low Energy (BLE) Technologie, die bei iBeacons zum Einsatz kommt, bietet deutliche Vorteile gegenüber NFC und wird sich wohl im Consumer-Bereich durchsetzen. Davon ist auch POSPartner-CEO Peter Reich überzeugt: „Es kristallisiert sich derzeit sehr schnell heraus, dass BLE die Nahfeldkommunikation der Zukunft ist – ganz besonders im Payment-Markt”.
Yapital und POSPartner stellen Ihre Lösung auf der morgen beginnenden EuroShop-Messe in Düsseldorf vor, von der wir in den nächsten Tagen auch berichten werden.

Update vom 18.2.2014:

Quelle: Youtube.com

Quelle: Youtube.com

Wir konnten uns das Beacon-Payment von Yapital und POS-Partner auf der EuroShop-Messe live ansehen. Obwohl der Ansatz sicher interessant ist, kam beim Betrachten der Umsetzung leider etwas Ernüchterung auf, da das kontaktlose Bezahlen bspw. beim Verlassen des Geschäftes mit der umgesetzten Lösung nicht praktizierter ist. Der Vorteil liegt jedoch in einer recht einfachen Implementierbarkeit beim Händler sowie der nicht benötigten Internetverbindung beim Käufer.
Die aktuelle Lösung gestaltet sich wie folgt. Nach dem der Kunde an der Kasse zum bezahlen aufgefordert wurde (also Anstehen muss man weiterhin 😉 ) und dem Kassierer als Zahlungsart Yapital genannt hat, wird ein QR-Code mit den zu bestätigen Beträgen generiert und auf dem Display des POSPartner-Terminals angezeigt. Dieser muss vom User mit der Yapital-App eingescannt werden. Durch das Bestätigen wird ein einmaliger Bestätigungscode erzeugt welcher via BLE-Technologie (diese hat hier im Prinzip eigentlich nichts mit der iBeacon-Technologie zu tun, sondern nutzt lediglich den BLE-Standard zur Übertragung) an einen BLE-Empfänger (z.B. einen kleinen BLE-USB-Empfänger für ein paar Euro bspw. von Conrad-Elektronik) an der Kasse übertragen wird. Die Kasse kommuniziert dann wiederum über das Internet mit dem Yapital-Server, wo dann die Autorisierung bestätigt wird. Es findet also hier ein bidirektionaler Dialog in beide Richtungen statt. Von mir befürchtete Sicherheitsbedenken, da evtl. sensible Daten via BLE übertragen werden, wurden von Seiten POSPartner ausgeschlossen, da nur eine Referenzierungs-ID vom User-Handy übertragen wird, also sogenannte triviale Daten. Inwieweit hier dennoch ein Abfangen oder eine Manipulation bei dem Funk-Dialog möglich sein könnten, da die Funk-Reichweite ca. 30m beträgt und somit jemand mit krimineller Energie sich nicht in unmittelbarer Nähe des Terminals aufhalten muss, kann ich leider mangels tiefgreifender technischer Kenntnisse hierzu nicht sagen, aber vielleicht ja ein Leser 😉

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Gettings und net mobile wollen Düsseldorf zur iBeacon-Hochburg machen

Das „Wettrennen“ um die iBeacon-Hauptstadt hat begonnen.
Es gibt kaum jemanden, der noch an dem Erfolg von iBeacon zweifelt und dass die iBeacon-Technologie die Art, wie wir unser mobiles Leben mit der realen Welt verknüpfen werden, deutlich verändern wird. Insbesondere der Handel hofft darauf, wobei die Erwartungshaltung sicher auch nicht überbewertet werden darf. Dennoch wird diese neue Technologie sicher sehr stark auch den lokalen Handel prägen – und das nicht erst in ferner Zukunft, sondern massiv bereits in diesem Jahr. Nach einer Hype-Welle wird es zunächst sicher wieder eine Delle geben, wo sich der Markt und die Anbieter neu sortieren und sondieren, bestimmte Anbieter und Themen sich konsolidieren usw. Jetzt stehen wir jedoch noch  am Anfang und es steht sicher außer Frage, dass die Marktverteilung bereits auf Hochdruck läuft. Viele alte und neue Unternehmen versuchen gerade ihr Terrain abzustecken und es beginnt bereits der erste Wettbewerb.

Quelle: www.duesseldorf.de

Quelle: www.duesseldorf.de

Gettings und net mobile wollen Düsseldorf  zur iBeacon-Hauptstadt machen.
Dem Thema Mobile widmet die Stadt Düsseldorf bereits schon länger eine eigene größere Rubrik auf deren Homepage, da Düsseldorf mit den Netzbetreibern E-Plus und Vodafone Deutschland mittlerweile zur zentralen Schaltstelle für den deutschen Mobilfunk geworden ist. Wegweisende Branchenthemen wie das MVNO-Konzept, LTE-Pilotprojekte oder der Einsatz der RFID-Technologie wurden bereits von Düsseldorf aus initiiert und erfolgreich in den Markt eingeführt. Ferner sind mittlerweile über 1500 Firmen und zahlreiche StartUps aus der Branche dort ansässig.
Zu diesen Firmen gehören auch der Location-based-Service-Dienst Gettings und der Payment-Anbieter net mobile. Beide Unternehmen haben nun bezüglich iBeacon eine Kooperation gestartet und wollen 150 Geschäfte in der Düsseldorfer Innenstadt mit der Beacon-Technik ausstatten, um hierdurch die Effektivität der mobilen Werbe-Kampagnen zu steigern. Das Pilotprojekt soll im Juni dieses Jahres starten.

Gettings-Geschäftsführer Boris Lücke äußerte sich hierzu wie folgt:  „Die innovative Beacon-Technologie wird in den kommenden Jahren mehr als jede andere Entwicklung in diesem Segment Einfluss auf die Infrastruktur des stationären Handels haben”.

Aus meiner Sicht wird sicher das Thema „mobile Werbung“ über iBeacons künftig sicher eine wichtige Rolle spielen. Das Erfolgskonzept der iBeacon-Technologie im Handel sehe ich jedoch eher im Bereich contextualer mobiler lokaler Services, wo dem Kunden ein Mehrwert und Nutzen außerhalb von Punktesammeln und Schnäppchenjagen geboten wird.

 

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iBeacon bereits bei den ersten Deutschen Ketten im Einsatz!

Das ging diesmal extrem schnell – nur wenige Wochen nachdem das Thema iBeacon überhaupt erst in der Öffentlichkeit angekommen ist und auch wir hier über die Möglichkeiten für den Handel berichtet haben, legen bereits auch in Deutschland schon die Deutschen Ketten los, wie derhandel.de berichtet.

Entwicklung der Suchanfragen nach iBeacon bei Google in Deutschland. Quelle: Google-Trends

Entwicklung der Suchanfragen nach iBeacon bei Google in Deutschland. Quelle: Google-Trends

Das Besondere an dieser Meldung ist – im Vergleich zu anderen Innovationen und Neuerungen, die es i.d.R. ja eher schwer haben, auf Akzeptanz insbesondere bei hiesigen Ketten zu stoßen – dass die Händler dieses Thema einerseits sehr schnell aufgegriffen haben. Andererseits starten mit Hagebau, Halluber, Cineplex und Langnese Unternehmen, die nicht gerade als Vorreiter und early-Adopter bekannt sind, mit einem Pilotversuch für ein iBeacon basiertes Loyalty-Programm in Berlin und Hamburg. Dies ist für mich ein eindeutiges Indiz dafür, dass iBeacons und die dadurch möglich werdenden Local-Services sehr schnell die Handelslandschaft auch bei uns prägen werden. Der Vorteil gegenüber GPS- oder QR-Code-Basierten Systemen liegt ja auf der Hand, wodurch auch bei den Verbrauchern mit einer breiten Akzeptanz zu rechnen ist. Apple hatte sich ja hier sehr viele Gedanken dazu gemacht, wie die iBeacon-Technologie beim Endkunden nicht als nervige und störende Mitteilungsdienste wahrgenommen wird, sondern eher dezent im Hintergrund agiert (bspw. werden Meldungen nur angezeigt und man sieht diese nur, wenn man das Smartphone in der Hand hält. Ist man außerhalb der Bacon-Reichweite, dann verschwindet diese Meldung einfach wieder).
Alexander Oelling von Sensorberg brachte es auf den Punkt: Es handelt sich bei der iBeacon-Technologie nicht um ein aufdringliches Local-Marketing, sondern um Local-Services, welche die Nutzer gerne in Anspruch nehmen werden – bspw. wenn einem automatisch Informationen zu einem Produkt vor dem man steht angezeigt werden.

Umgesetzt werden diese Pilotprojekte durch das Axel-Springer-Ideas-StartUp „shopnow“.
Der Gründer und Geschäftsführer Oliver Diekmann äußerte sich gegenüber derhandel.de wie folgt:

„In rund 200 Filialen können die Kunden ab heute mit dem bloßen Besuch des Einzelhandelsgeschäfts Prämienpunkte sammeln. Dazu gehören neben den genannten Ketten auch eine ganze Reihe kleinerer Händler – etwa sechs Läden in der Hamburger HafenCity. Shopnow steht für eine neue Dimension der mobilen Kundenkommunikation, der digitalen Beratung im Geschäft und der langfristigen Kundenbindung. Wir sprechen gezielt die mobile Smartphone-Generation an, die digital denkt und handelt und trotzdem gerne durch die Stadt bummelt und Spaß am Einkaufen im stationären Handel hat.“

Das Loyaltyprogramm ist dem von Shopkick in den USA sehr ähnlich und basiert auf einem Punktesammelsystem. Dem Kunden werden automatisch beim Betreten einer dieser Filialen Punkte gutgeschrieben – sofern dieser die App von ShopNow installiert hat.
Scannen die Kunden die Barcodes von in der App speziell beworbenen Produkten, werden sie abermals mit Bonussternen belohnt, die gegen Prämien eingelöst werden können – Wertgutscheine der teilnehmenden Händler, Starbucks- oder iTunes-Gutscheine und ähnliches.
Die shopnow-App ist als offene Plattform angelegt, die über eine möglichst große Anzahl von Handelspartner attraktiv werden soll.

Payback & Co. bekommen somit massive Konkurrenz und es wird sicher nicht lange dauern, bis die bisherigen Loyality-Programm-Anbieter darauf reagieren. Für den Kunden wird es ein Stück einfacher. Nicht nur, dass man immer diese Karte dabei haben oder die Nummer dazu herauskamen muss. Hoffentlich haben dann auch die doch sehr aufdringlichen Nachfragen an der Kasse – „Haben Sie eine Payback-Karte?“ – ein Ende.

Neben ShopNow sind weitere StartUps in den Startlöchern. Das Hamburger-StartUp Yoints, die mit der Drogeriekette Budnikowsky vor kurzem gestartet sind und das wie ShopNow ebenfalls in Berlin ansässige Axel-Springer-StartUp bitplaces, die eine enge Kooperation mit dem GelbeSeiten-Verlag und der Telekom haben sind und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert werden.

Und auch das in Berlin ansässige StartUp sensorberg, die sich bereits seit August 2013 sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Sensorberg liefert quasi das rundum Sorglos Paket, da diese auch die frei konfigurierbaren iBeacons und das Konfigurationstool dafür gleich mit anbieten.

Bei Bitplaces und Sensorberg ist das Besondere, dass die Inhalte über ein einfach zu bedienendes CMS gepflegt werden können und quasi jedes Unternehmen die iBeacons mit den dahinterliegenden Inhalten sehr einfach in bestehenden Apps integrieren lässt. Bitplaces positioniert sich jedoch als Anbieter von Geofancing für „Mobiles Performance Marketing, wohingegen sensorberg das Thema Local-Services (und nicht Local Marketing) in den Vordergrund stellt.

Auf der gestrigen LocalWebConference in Nürnberg gab der sensorberg-Gründer Alexander Oelling eine kurze und einfache Einführung in das Thema iBeacon:

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Der sterbende Stationär- und Online-Handel – Zwei Seiten derselben Medaille

In letzter Zeit wird vermehrt in eine Richtung polarisiert, dass der stationäre Handel  durch den Online-Handel stirbt. Dies geschieht jedoch auch online – nur dort ist es nicht so offensichtlich, wie bei den leerstehenden Ladenflächen in den Innenstädten. Auch online machen täglich zahlreiche Online-Shops dicht – wird jedoch aufgrund des anhaltenden Online-Hypes und -Wachstums nicht wirklich thematisiert. Die Ursachen sind aus meiner Sicht vielschichtig und lassen sich nicht auf die banale Aussage, dass der Online-Handel den stationären Handel kaputt macht, zurückführen – wobei der Online-Handel sicher ein wesentlicher Teil einer generellen Strukturveränderung des Handels ist – aber auch selbst davon betroffen ist.

Die Argumentation, dass der Online-Handel den stationären Einzelhandel verdrängt bzw. kannibalisiert, greift m.E. etwas zu kurz. Zu beobachten sind ja beide Effekte – ROPO in beide Richtungen, d.h. sowohl „research online, purchase offline“ als auch „research offline, purchase online“ – d.h. bei manchen Kunden bzw. Sortimenten fungieren Online-Shops als Show-Rooms für den stationären Handel, bei anderen Kunden bzw. Sortimenten ist es umgekehrt.
Vielmehr erleben wir eine Veränderung der Handelsstrukturen auf beiden Seiten. Wenige Anbieter konzentrieren den Hauptumsatz auf sich – sowohl im Online– als auch im Offline-Handel.

Tendenz zu Monostrukturen – offline wie online
Aus meiner Sicht haben wir es folglich mit einem Verlust bzw. Sterben des einfachen bzw. „trivialen“ (kleinen) Einzelhandels zu tun, also Einzelhändlern, die sich nicht durch eine herausragende Spezialisierung und Fachkompetenz am Markt behaupten können, sondern somit als austauschbar gelten – wo man also an jeder Ecke (oder jedem Online-Shop) das gleiche kaufen kann. Die Sortimente dieser Einzelhändler mit den trivialen Sortimenten werden substituiert durch große Ketten bzw. Player – sowohl online, als auch offline. Dass also durch den eCommerce der stationäre Handel stirbt und jeder Händler sein Heil im eCommerce suchen soll ist folglich aus meiner Sicht zu oberflächlich argumentiert und sogar gefährlich.
Große Ketten/Player dominieren – online, wie offline. Starke Handelsmarken sind in beiden „Kanälen“ erfolgreich – Egal ob Esprit, H&M oder Zara, etc. und können neben Amazon und Zalando bestehen. Auch große neue Konzepte können in „beiden Welten“ neu entstehen, ob online Zalando oder offline Primark, Hollister oder Apple mit seinen Stores.

Zu beobachten ist, dass eine Konzentration und Substitution des Offline-Handels (am Beispiel des Zalando-Erfolgs) dann erfolgreich sein kann, wenn es sich einerseits um einfache (triviale) Produkte handelt und der Markt sehr zersplittert ist, d.h. es viele kleine Händler gibt. Ein Online-home24 wird sich daher auch schwer tun, ein Offline-IKEA substituieren zu wollen.

Die Informationsgesellschaft tut ihr Übriges
Hinzu kommt, dass wir durch das Internet im Allgemeinen und die Informationsgesellschaft im Speziellen einen anderen Wissens- und Informationsstand haben – und auch auf Seiten der Händler erwarten, als es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Triviale Produkte vs. nichttriviale Produkte
Unkomplizierte bzw. leicht im Internet selbst recherchierbare bzw. durch relativ einfache und vergleichbare sowie technisch einfach darstellbare Produkteigenschaften ausgezeichnete Produkte sind die optimalen Ketten- und eCommerce-Sortimente, wohingegen beratungsintensive (nicht-triviale) Produkte, bei denen man sich umständlich die Informationen zusammensuchen muß, die auf persönlichem Vertrauen und Kompetenz sowie echtem Erfahrungswissen beruhen und sehr speziell sind – also nicht leicht durch technische Eigenschaften beschreib- und vergleichbar sind und eher informelles Wissen voraussetzen, sind hingegen die optimalen Sortimente für den Facheinzelhandel bzw. spezialisierten Online-Shop. Also Sortimente, bei denen man sich zwar in Ansätzen im Internet selbst informieren, aber nicht zur abschließenden Kaufentscheidung kommen kann. In diesen Sortimentsbereichen – die nötige Kompetenz der Mitarbeiter vorausgesetzt – haben auch Nicht-Ketten eine Überlebenschance – dies gilt im eCommerce genauso, wie im lokalen Handel. Je nichttrivialer die Produkte hingegen sind bzw. je mehr informelles Wissen für eine Kaufentscheidung benötigt wird, desto schwieriger ist es, dies online abzubilden.

Ob ein entsprechend spezialisierter lokaler Händler auch online erfolgreich sein kann, hängt zudem davon ab, ob es eine Spezialisierung ist, die es einerseits nicht in jeder Stadt gibt, die auch nicht leicht kopiert werden kann und die andererseits eine nationale oder globale Relevanz hat.

Das Sterben des durch leere Straßen bzw. leerstehende Ladenräume offensichtlich werdenden Einzelhandels (der sich allerdings nicht so sichtbar auch online vollzieht) ist aus meiner Sicht folglich nicht nur auf den Online-Handel zurückzuführen, sondern auf einen generellen Strukturwandel, der auf vielen anderen Faktoren, wie bspw. den gesellschaftlichen Wandel beruht. Auch Parallelen des „Aussterbens“ des stationären Handels zum Aussterben der Zeitungen sind aus meiner Sicht zu einfach, da ein Zeitungsartikel eine Informationsaufnahme ist, die der Mensch „offline“ wie „online“ genauso verarbeiten kann – dort spielen i.d.R. auch emotionalen Wirkungen, die offline anders wirken, als online – keine Rolle. Ein nichttriviales Produkt hingegen online anzusehen oder offline auszuprobieren sind demgegenüber zwei komplett unterschiedliche Welten.

Die Menschen sind heute online und mobil

Dies muß der Händler verstehen, d.h. er muß online bzw. insbesondere als lokaler Händler auch mobil auf sich aufmerksam machen, sodass die Menschen auch davon und von seinen aktuellen Angeboten erfahren. Zudem muß ihm bewußt sein, dass seine Kunden bereits sehr informiert sind, bevor sie ihn (online oder offline) aufsuchen. Trivialitäten in den Aussagen können daher eher verstörend wirken. Der Kunde muss sofort sehen, dass der Händler versteht, wovon er redet.

Zusammengefasst lässt sich festhalten:

  • Ein Sterben von „Händlern“ findet offline wie online statt.
  • Kleine Händler können nur durch ausgezeichnete Fachkompetenz mit spezifischen nicht einfach erlern- bzw. kopierbaren Wissen und entsprechenden Sortimenten überleben (nichttriviale Produkte).
  • triviale Produkte werden bei großen Playern online oder offline (Ketten) gekauft.
  • Der Händler muß das Internet und neue technische Möglichkeiten für sich nutzen (auch stationär und im Laden)
  • Online auf sich aufmerksam machen ist Pflicht – für lokale Händler zudem insbesondere auch lokal mobil und mit Services für mobile Endgeräte, wie Smartphones, Wearables, etc..

 

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Mobile-Payment: Paypal will mit Apple und amazon mischt jetzt auch mit

Kaum stellte ich vor 3 Tagen hier die Frage, wer neben Apple und Paypal im Mobile-Payment-Markt noch übrig bleibt und wie die Chancen für die Vielzahl weiterer Player im Markt stehen, schon machen Gerüchte über eine Zusammenarbeit von Apple und PayPal die Runde. PayPal möchte demnach ein Teil des Apple Mobile-Payment-Systems werden.
Fast zeitgleich wurde bekannt, dass amazon ein mobile-Payment-System für seinen Kindle entwickelt, wodurch bereits bis zum Sommer das Bezahlen in lokalen Geschäften über den Kindle möglich werden soll. Hier wird es amazon jedoch als Wettbewerber zum stationären Handel nicht so leicht haben, den Handel davon zu überzeugen, da es hier nicht nur um das Bezahlen, sondern insbesondere um Daten von Käufern und von Sortimenten geht, welche zum Sortimentsausbau, die eigene Stationär-Strategie und zur verbesserter Personalisierung der amazon-Plattform wichtige Informationen liefern könnte. Amazon ist sehr daran gelegen zu erfahren, welche Produkte bzw. Sortimente ein Kunde nicht bei amazon bzw. stationär kauft. Amazon will an die Daten des stationären Handels kommen – und dafür wird amazon den Händlern sicher sehr viele Zugeständnisse machen. Auch bei den Konditionen, die für die Händler häufig ein nicht zu unterschätzender Punkt sind.

Seltsamerweise ist es bei Google in Bezug auf das Thema Mobile-Payment aktuell recht ruhig geworden. Da Google jedoch zahlreiche andere Services für lokale Geschäfte weiter ausbaut, den stationären Handel als wichtigen Wachstumstreiber für sich sieht und ebenfalls ein sehr großes Interesse an Daten aus der „realen“ Welt hat, werden wir sicher bald auch von Google eine Lösung zum Mobile-Payment als Teil von Google-Wallet und Android präsentiert bekommen.

Um im Mobile-Payment-Markt neben den Großen Playern bestehen zu können, wird es für neue Anbieter mobiler-Bezahldienste sicher wichtig sein, sich zu spezialisieren und bspw. das Thema Vertrauen in den Mittelpunkt zu stellen. Denkbar wäre hier bspw. die Zusammenarbeit mit lokalen Banken – also der Volksbank oder Sparkasse „meines Vertrauens“.

 

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Mobile-Payment – Wer bleibt neben Apple und PayPal?

Nachdem sich innerhalb der letzten 3 Jahre sehr viele Anbieter auf den Markt des Mobile-Payment gewagt haben, scheint in diesem Jahr eine Art Konsolidierung stattzufinden. Bereits 2012 bin ich hier der Frage nachgegangen, wieviele Anbieter der Mobile-Payment-Markt verträgt.
Nicht zuletzt getrieben durch die bereits etablierten Anbieter, wie insbesondere PayPal, aber auch amazon Checkout und Google-Wallet darf man hier nicht unterschätzen – und nun scheint auch der schon länger erwarteten Einstieg von Apple in diesen Markt Realität zu werden.
Sowohl technisch als auch von der potentiellen Marktakzeptanz ist der Mobile-Payment-Markt jetzt so weit, dass Apple in Kombination mehrerer Verfahren und mit seinen rund 600 Mio. aktiven iTunes-Accounts mit hinterlegten Zahlungsarten den Markt ziemlich aufwirbeln könnte. Auch wenn otto noch versucht, sein Tochterunternehmen Yapital (noch immer Beta) in diesem Bereich zu etablieren, möchte ich an diese Stelle keine Prognose für den Erfolg oder Misserfolg abgeben. Fest steht aus meiner Sicht, dass es trotz weiterer großer Händler und Ketten, die Yapital als Zahlungsdienst mit einbinden, nicht einfach wird, in diesem durch Innovationen, Schnelligkeit, Kapitalintensität und technologischer Entwicklung geprägten Markt erfolgreich mitmischen zu können. Zumal Yapital hier an zwei Fronten kämpfen muß, d.h. Händler und Endkunden überzeugen muss, wohingegen bspw. PayPal und Apple bereits den Zugang zu einem oder beiden Teilen haben und bereits über breite und internationale Marktakzeptanz verfügen.

Insbesondere PayPal hat in den letzten zwei Jahren in diesem Umfeld enorm viel auf den Weg gebracht – Angefangen vom QR-Shopping bis hin zu den aktuellen Piloten des kontaktlosen Bezahlens durch Beacons.

index_itunes_giftcardsWie nun das WallStreetJournal herausgefunden haben will, plant Apple die Technologien iBeacon und Touch-ID für einfaches Bezahlen von physischen Produkten oder von Dienstleistungen einsetzen zu wollen. Durch das Potential von fast 600 Millionen iTunes-Nutzern mit hinterlegten gültigen Zahlungsarten könnte Apple mit einer neuen Bezahltechnologie das Payment-Segment schlagartig umkrempeln.

Dienste-Chef Eddy Cue soll sich bereits mit zahlreichen Vertretern anderer Unternehmen getroffen haben, um Apples Einstieg in den Markt der Zahlungsdienstleister zu besprechen.

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MyTaxi: Taxifahrer liefern ab Februar innerhalb einer Stunde

mytaxi_Delivery__DE__-_YouTubeNachdem My-Taxi seinen Lieferdienst von Produkten für stationäre Händler durch Taxifahrer zusammen mit MediaMarkt zunächst in Hamburg in einem Pilotprojekt getestet  hatte, ist jetzt laut WirtschaftsWoche die Ausweitung des Dienstes bundesweit geplant. Neben dem MediaMarkt ist jetzt auch die Schwesterfirma Saturn mit an Bord. Da dieser Dienst bereits auch schon in Österreich getestet wurde, ist noch in diesem Jahr ein internationaler Rollout geplant.

Hier der Werbespot:

Die Preise sollen mit DHL und UPS Expressdiensten vergleichbar sein, wobei die Händler die Kosten selbst festlegen können. Allerdings wird der Lieferdienst deutlich schneller als die Express-Paketdienste sein, da die Lieferung bereits innerhalb einer Stunde zugestellt werden soll.

Wie nun die Paketdienste mit Express-Service darauf reagieren werden, ist noch offen. Eine schnelle Lieferung durch Kurierdienste innerhalb weniger Stunden bietet  bereits Tiramizoo bundesweit mit seinem Kurierfahrer-Nezwerk und diversen Kooperationspartnern im Handel an. An Tiramizoo ist mittlerweile auch DPD beteiligt, um seinen Kunden eine tatgleiche Lieferung zu ermöglichen.

Die Daimler AG wird es freuen – sie sind sowohl an MyTaxi, als auch an Tiramizoo beteiligt.

 

 

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