iBeacon bereits bei den ersten Deutschen Ketten im Einsatz!

Das ging diesmal extrem schnell – nur wenige Wochen nachdem das Thema iBeacon überhaupt erst in der Öffentlichkeit angekommen ist und auch wir hier über die Möglichkeiten für den Handel berichtet haben, legen bereits auch in Deutschland schon die Deutschen Ketten los, wie derhandel.de berichtet.

Entwicklung der Suchanfragen nach iBeacon bei Google in Deutschland. Quelle: Google-Trends

Entwicklung der Suchanfragen nach iBeacon bei Google in Deutschland. Quelle: Google-Trends

Das Besondere an dieser Meldung ist – im Vergleich zu anderen Innovationen und Neuerungen, die es i.d.R. ja eher schwer haben, auf Akzeptanz insbesondere bei hiesigen Ketten zu stoßen – dass die Händler dieses Thema einerseits sehr schnell aufgegriffen haben. Andererseits starten mit Hagebau, Halluber, Cineplex und Langnese Unternehmen, die nicht gerade als Vorreiter und early-Adopter bekannt sind, mit einem Pilotversuch für ein iBeacon basiertes Loyalty-Programm in Berlin und Hamburg. Dies ist für mich ein eindeutiges Indiz dafür, dass iBeacons und die dadurch möglich werdenden Local-Services sehr schnell die Handelslandschaft auch bei uns prägen werden. Der Vorteil gegenüber GPS- oder QR-Code-Basierten Systemen liegt ja auf der Hand, wodurch auch bei den Verbrauchern mit einer breiten Akzeptanz zu rechnen ist. Apple hatte sich ja hier sehr viele Gedanken dazu gemacht, wie die iBeacon-Technologie beim Endkunden nicht als nervige und störende Mitteilungsdienste wahrgenommen wird, sondern eher dezent im Hintergrund agiert (bspw. werden Meldungen nur angezeigt und man sieht diese nur, wenn man das Smartphone in der Hand hält. Ist man außerhalb der Bacon-Reichweite, dann verschwindet diese Meldung einfach wieder).
Alexander Oelling von Sensorberg brachte es auf den Punkt: Es handelt sich bei der iBeacon-Technologie nicht um ein aufdringliches Local-Marketing, sondern um Local-Services, welche die Nutzer gerne in Anspruch nehmen werden – bspw. wenn einem automatisch Informationen zu einem Produkt vor dem man steht angezeigt werden.

Umgesetzt werden diese Pilotprojekte durch das Axel-Springer-Ideas-StartUp „shopnow“.
Der Gründer und Geschäftsführer Oliver Diekmann äußerte sich gegenüber derhandel.de wie folgt:

„In rund 200 Filialen können die Kunden ab heute mit dem bloßen Besuch des Einzelhandelsgeschäfts Prämienpunkte sammeln. Dazu gehören neben den genannten Ketten auch eine ganze Reihe kleinerer Händler – etwa sechs Läden in der Hamburger HafenCity. Shopnow steht für eine neue Dimension der mobilen Kundenkommunikation, der digitalen Beratung im Geschäft und der langfristigen Kundenbindung. Wir sprechen gezielt die mobile Smartphone-Generation an, die digital denkt und handelt und trotzdem gerne durch die Stadt bummelt und Spaß am Einkaufen im stationären Handel hat.“

Das Loyaltyprogramm ist dem von Shopkick in den USA sehr ähnlich und basiert auf einem Punktesammelsystem. Dem Kunden werden automatisch beim Betreten einer dieser Filialen Punkte gutgeschrieben – sofern dieser die App von ShopNow installiert hat.
Scannen die Kunden die Barcodes von in der App speziell beworbenen Produkten, werden sie abermals mit Bonussternen belohnt, die gegen Prämien eingelöst werden können – Wertgutscheine der teilnehmenden Händler, Starbucks- oder iTunes-Gutscheine und ähnliches.
Die shopnow-App ist als offene Plattform angelegt, die über eine möglichst große Anzahl von Handelspartner attraktiv werden soll.

Payback & Co. bekommen somit massive Konkurrenz und es wird sicher nicht lange dauern, bis die bisherigen Loyality-Programm-Anbieter darauf reagieren. Für den Kunden wird es ein Stück einfacher. Nicht nur, dass man immer diese Karte dabei haben oder die Nummer dazu herauskamen muss. Hoffentlich haben dann auch die doch sehr aufdringlichen Nachfragen an der Kasse – „Haben Sie eine Payback-Karte?“ – ein Ende.

Neben ShopNow sind weitere StartUps in den Startlöchern. Das Hamburger-StartUp Yoints, die mit der Drogeriekette Budnikowsky vor kurzem gestartet sind und das wie ShopNow ebenfalls in Berlin ansässige Axel-Springer-StartUp bitplaces, die eine enge Kooperation mit dem GelbeSeiten-Verlag und der Telekom haben sind und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert werden.

Und auch das in Berlin ansässige StartUp sensorberg, die sich bereits seit August 2013 sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Sensorberg liefert quasi das rundum Sorglos Paket, da diese auch die frei konfigurierbaren iBeacons und das Konfigurationstool dafür gleich mit anbieten.

Bei Bitplaces und Sensorberg ist das Besondere, dass die Inhalte über ein einfach zu bedienendes CMS gepflegt werden können und quasi jedes Unternehmen die iBeacons mit den dahinterliegenden Inhalten sehr einfach in bestehenden Apps integrieren lässt. Bitplaces positioniert sich jedoch als Anbieter von Geofancing für „Mobiles Performance Marketing, wohingegen sensorberg das Thema Local-Services (und nicht Local Marketing) in den Vordergrund stellt.

Auf der gestrigen LocalWebConference in Nürnberg gab der sensorberg-Gründer Alexander Oelling eine kurze und einfache Einführung in das Thema iBeacon:

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Über Hagen Fisbeck

Hagen Fisbeck ist Berater für digital gestützten Handel. Seit über 15 Jahren ist er im professionellen eCommerce und Multi-Channel-Handel tätig und war bei der Arcandor AG viele Jahre in leitenden eCommerce-Funktionen und als Intrapreneur tätig. Seit 2009 berät er größere und mittlere Handelsunternehmen im eCommerce und Multi-Channel-Handel und ist Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter von DigitalRetail
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