Wieviele Mobile-Payment-Anbieter verträgt der Markt?

Anbieter von Mobile-Payment-Lösungen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Aktuell haben wir mit dem Deutschen StartUp Cleap einen weiteren Vertreter, der Payment über QR-Codes mit dem SmartPhone ermöglicht.
Cleap setzt hier auf Paypal auf, d.h. der User benötigt einen PayPal-Account zum bezahlen – was schon direkt die Frage aufwirft: Warum dann nicht gleich die PayPal QR-Shopping-App nehmen?
Ein Zusatznutzen ist nicht wirklich erkennbar…
Wieviele Mobile-Payment-Anbieter verträgt also der Markt, denn letztendlich sind die Anbieter in der klassischen Situation, dass sie an mindestens 2 Fronten kämpfen müssen, was diese Geschäftsmodelle extrem schwierig macht. Zum einen muß man die Nutzer überzeugen, die jeweilige App zu installieren und zu nutzen – und beim Thema Geld und Bezahlung, welches zugleich mit sehr sensiblen Daten verbunden sind, spielt Vertrauen eine sehr große Rolle. Zum anderen kämpft man an der Front der Dienstleister und Händler, die ja ebenfalls diesen Dienst unterstützen müssen. Auch hier ist der Punkt Vertrauen wichtig – aber darüber hinaus müssen diese Lösungen in die eigene Systeminfrastruktur integriert werden. Schließlich möchte man am Ende des Tages sein Geld auf dem Konto haben. Und jede weitere Lösung steigert hier die Komplexität nicht unerheblich…
Erschwerend kommt für neue Anbiet zudem die internationale Akzeptanz hinzu, d.h. ein Händler möchte natürlich auch an Touristen etc. verkaufen.
Selbst für Vorreiter wie Shopgate, welcher Händlern auf einfache Art und Weise den Mobile-Commerce-Markt ermöglicht und bereits über eine recht gute Verbreitung verfügt sowie seinen angeschlossenen Händlern QR-Shopping quasi Out of the Box mit liefert, wird es nicht leicht werden, sich hier zu behaupten. Da hier jedoch QR-Shopping in der App des Händlers automatisch integriert ist, verfügt hier Shopgate noch über einen strategischen Vorteil.
Letztendlich sehe ich diesen Markt eher auf wenigen, als auf vielen Schultern verteilt.
Da für das Thema Mobile-Payment ein entsprechendes Endgerät benötigt wird, also i.d.R. ein Smartphone, sind die Anbieter der jeweiligen Betriebssysteme hier in einem großen Vorteil, denn letztendlich gehört eine solche Funktionalität in das Betriebssystem eines Endgerätes – bei QR-Codes selbstverständlich verknüpft mit der integrierten Camera-App.
Jeder der Anbieter, also Apple, Google aber auch amazon verfügen bereits über funktionierende Mobile-Payment-Lösungen für Micro-Payment oder auch große Beträge, d.h. man kann bspw. ja mit seiner Apple-ID und den bei Apple hinterlegten Daten einkaufen. Gleiches gilt für Google oder auch Amazon. Da PayPal ebenfalls eine sehr weite Verbreitung hat und sich hier bereits auf Händlerseite mit Hochdruck dabei ist, den Markt zu erobern und sich etablieren zu wollen, wird sich der Mobile-Payment-Markt daher auf 4-5 (wenn man an den Erfolg von Microsofts neuem Betriebssystem glaubt) verteilen. Durch das eigene Smartphone möchte Amazon hier sicher ebenfalls seine Position weiter stärken.

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Über Hagen Fisbeck

Hagen Fisbeck ist Berater für digital gestützten Handel. Seit über 15 Jahren ist er im professionellen eCommerce und Multi-Channel-Handel tätig und war bei der Arcandor AG viele Jahre in leitenden eCommerce-Funktionen und als Intrapreneur tätig. Seit 2009 berät er größere und mittlere Handelsunternehmen im eCommerce und Multi-Channel-Handel und ist Gründer von @My-Store.
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3 Antworten auf Wieviele Mobile-Payment-Anbieter verträgt der Markt?

  1. Die dauerhafte Integration von PayPal ist nicht korrekt. Die Zusammenarbeit mit PayPal war aufgrund der öffentlichen Betaphase zum Tragen gekommen um die patentierte Backendsequenz zu überprüfen. Intwischen setzt cleap für version 1.0 wie von Anfang an geplant auf Kredit- und Debitkarten der Nutzer um das Bezahlen über cleap mit dem eigenen Smartphone zu ermöglichen. Beginn Frühling 2013. cleap ist mehr als nur Bezahlen.

  2. Pingback: Mobile-Payment – Wer bleibt neben Apple und PayPal? | regital

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